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Samstag, 7. Juli 2018

Bodensee Stein am Rhein am Samstag 7.7.2018

Bodensee Stein am Rhein am Samstag 7.7.2018

Die Tour
Sommer pur hatten wir auch bei unserer Tour. In Stein am Rhein war es so schön in jeder Hinsicht, dass man hätte bleiben können:
Das besondere sind die bemalten Häuser. Sie illustrieren mal die Geschichte das Hauses, stellen Bezüge zur Geschichte von Stein am Rhein her, oder geben Gerichtsurteile am Gerichtsgebäude wieder, im Mittelalter sehr drastisch wie zum Beispiel der Schandpfahl. Jedes Haus ist sehenswert.

 Im Hof des Klosters St. Georg mit seinem Tor direkt zum Rhein


Am Ziel in Konstanz zu Füssen der Imperia. Wobei Ziel das falsche Wort ist, der ganze Weg war ja schliesslich das Ziel. Hier liessen wir im Biergarten am Hafen die Tour ausklingen, ein leckeres Eis zum Abschluss.
Schwimmen waren wir im Seerhein bei Tägerwillen. Dieses freie Strandbad hat alles, man kann auch seine Sachen wegschließen. Dadurch, dass das Bad am Seerhein liegt, hat man das Problem mit dem Seegras nicht. Die Duschen sind allerdings kalt und die Gastronomie ist auf Getränke und Pommes bestimmt. Aber das haben wir ja dann in Konstanz.
Das Schwimmen im klaren Wasser des Seerhein-Strandbad war eine Wohltat. Irgendwann fuhr ein Musikdampfer vorbei, eine Blaskapelle untermalte kräftig das Bad. Eine traumhafte Atmosphäre.


Meine Vortour als sommerlicher Ausblick

Der Sommer wird immer heißer. Obwohl ich schon um 10:50 in Singen war, war es schon sommerlich heiß. In der Fußgängerzone habe ich mir noch schnell ein Vesper gekauft und mal gleich noch ein kühles Mineralwasser.
Jetzt konnte es losgehen, entlang der Radolfzeller Aach radelte ich gen Stein am Rhein. Dort wusste ich, werde ich mir am Ende der Schiffslände auf dem Sträßchen in die Stadt in der Bäckerei aus der Kühltruhe das super leckere selbstgemachte Heidelbeer-Eis holen. Mit dieser Vorfreude und dann den Blick auf den kühl dahinfliessenden Seerhein beginnt die Tour perfekt.
Hier weitere Eckdaten für die Sonnenhitze.
Wenn wir 36 km geradelt sind, erreichen wir das Strandbad Ermatingen. Man könnte jetzt dort verweilen, es ist alles da. Bodensee, Seerhein, Sandstrand, Wiese, Gastronomie, Dusche, abschließbare Boxen, …
Es kostet Eintritt, 5 Franken.

Wenn man sich den Eintritt sparen will, gibt es 7 km weiter beim km-Stand 43 noch das Seerhein-Strandbad vor Tägerwillen. Hier muss man allerdings auf seine Sachen auf der Liegewiese aufpassen, man kann nichts wegschließen. Man kann duschen und einen Kiosk gibt es auch.

Also auf jeden Fall Badehose oder Badeanzug mitnehmen.

Jetzt am Samstag 30.6. waren es auf dem Rad 37,5 Grad. Der Bodensee war mit 20 Grad auf der Tafel angeschrieben. Mit kam er wärmer vor.


Wenn man die Bilder anklickt, kann man sie vergrößern
An der Radolfzeller Aach entlang radelt man, wenn man von Singen Richtung Stein am Rhein unterwegs ist. Unterwegs passiert man einen Skulpturenpark. Wenn man zurückschaut blickt man auf die Vulkankegel des Hohentwiel. 

In Stein am Rhein ist immer viel los. Auf dem Rhein wimmelt es von Schlauchbooten. Sie müssen sich rechts von den Bojen halten, während die Schiffe links ihren Weg haben. Am Ufer fährt auch die Miniaturbahn und lädt am Bahnhof bei der Schiffslände zum mitfahren ein.

Das sehenswerte ist die Altstadt mit den Häusern, auf denen Gemälde die Geschichte und Geschichten erzählen. Am Ausgang auf dem Weg zur Kirche und zur Rheinbrücke steht das prächtige Rathaus.

Nachdem wir den Rhein überquert haben und etwas Höhe erklommen haben, geht es entlang der Bahn über die Felder und Obstplantagen immer am Seerhein entlang Richtung Bodensee. Der Blick ist herrlich und Urlaubsfeeling pur.
Steckborn und all die anderen Orte am Weg sind einfach malerisch. Immer wieder hört man das Tuten der Linienschiffe.

km 36. Die Sonne steht oben am Firmament, 37,5 Grad Celsius. Das Strandbad von Ermatingen. Der Gedanke daran hat die Hitze erträglich gemacht. Jetzt raus aus den Klamotten, die Sachen eingeschlossen und hinein in den erfrischenden See. Gegenüber blickt man auf die Insel Reichenau.
Wenn man den Eintritt von 5 Franken sparen will, muss man noch weitere 7 km bis zum einfachen Seerhein-Strandbad Tägerwillen radeln.

Von Tägerwillen ist es dann nicht mehr weit nach Konstanz. In der Laubengasse, einer Verkehrsachse, steht der Laubenbrunnen, in dem der provokative Bildhauer Peter Lenk genau diesen Wahn um das heilx Blechle und alles was dazugehört, aufs Korn nimmt. Besonders originell ist dabei der Fries oben am Torbogen. Auf der einen Seite entführt der Rittersmann auf seinem prächtig aufgemotztem Ross das Burgfäulein, auf der anderen Seite auf dem PS-starken Motorrad sitzt die Sozia hinter ihrem Biker in der Kluft.
Umstritten ist alles, was Peter Lenk macht. Die Auftraggeber wissen nie, wie das Kunstwerk bei Ablieferung wirklich aussieht, wer alles in dem Kunstwerk erkennbar ist. Oft wird die Einweihung begleitet von Initiativen, das Kunstwerk wieder zu entfernen. So war es auch mit der Imperia auf der Hafenmole, die sich beständig auf ihrem Sockel dreht. Auf den Händen der verführerischen Hübschlerin zwei Gaukler, wie es Peter Lenk sagt, ihrer Kleider entledigt und somit ihrer prachtvollen Entfaltung der Macht. Der eine hat die Kaiserkrone auf dem Kopf, der andere die Mitra des Papstes. Wie gesagt, sie haben sich diese Insignien der Macht angeeignet, es sind nur Gaukler. Das ganze erinnert an das Konzil von 1414-1418.
Und heute ist die Imperia das Wahrzeichen von Konstanz und nicht mehr wegzudenken.
Im Bahnhof habe ich nachgeschaut, ob es eine barrierefreie Möglichkeit gibt, auf Gleis 3 zu kommen, ohne die Fahrräder die lange Treppe aus der Unterführung hochzutragen. Es gibt einen beschrankten Gleisübergang weit hinten am Bahnsteig. Rechtzeitig zu den Zügen wird die Schranke geöffnet. Und als ich das kontrollierte, stand da der direkte IC aus Emden. Bodensee und Nordsee sind direkt miteinander verbunden. Meereslust wird nochmal gesteigert. Und als ich anschließend im Strandpavillon im Hafen den Matjes aß, da toppte die Hausfrau mit ihren Zutaten noch das, was man an der Nordseeküste bekommt. Die Möwen flogen kreischend vorüber, sie sind hier jedoch deutlich kleiner. Wettstreit der Meere. 
Während ich meine Füße am anderen Ufer, da wo der Rhein vorbeifließt, noch in der frischen Strömung baumeln ließ, wäre ich ja am liebsten geblieben. Den nächsten Zug habe ich noch fahren lassen ohne mich. Ich bin lieber noch an der Hafenpromenade vorbei an den Kleinkünstlern hinten zum Eiscafé geradelt. Das Eis gehört auf jeden Fall auch dazu.

Sonntag, 17. Juni 2018

Canal de la Bruche 17.06.2018

Canal de la Bruche  17.06.2018
ACHTUNG: In Frankreich ist die Mitnahme einer Warnweste vorgeschrieben!

18 km sind es von Appenweier nach Kehl. Von Kehl zum Canal-de-la-Bruche sind es 12 km und dann bis Molsheim 25 km. Also insgesamt 55 km und hin und zurück 110 km. Beim km-Stand 40 erreichen wir auf dem Hinweg den Angelteich von Hangbieten, wo man eine Rast einlegen kann. Die erste Rast sollte man am Bachlauf am Blauen Weg im Garten der zwei Ufer auf Kehler Seite machen. Das Wasser ist so eiskalt wie in einem Kneippbad, für mein immer noch geschwollenes Bein nach der OP die reinste Wohltat.
Für mich hatte heute (10.06.2018) diese Vortour mehrere Funktionen:
Ich bin das letzte Mal vor fast zwei Jahren in Strasbourg gewesen. Strasbourg wandelt sich rasant, vor allem der Stadteingang Jardin de deux rives. Dort steht fast nichts mehr aus dem zum Teil sehr heruntergekommenen Quartier.Ein Neubauviertel ist dort entstanden. Anfang 2017 ist die Straßenbahnlinie D von Aristide Briand nach Kehl zum Bahnhof verlängert worden. Zwischen Aristide und dem Jardin de deux rives fährt die Straßenbahn jetzt noch durch Brachland, die komplette Infrastruktur für Haltestellen ist aber bereits vorinstalliert. Ebenso ein großzügig dimensionierter Radweg ohne die vielen Kreuzungen und Einmündungen des alten Radwegs. Dort sollen in den nächsten Jahren ein Stadtviertel und ein Jachthafen entstehen. Ich habe mir jetzt diese neue Streckenführung, die anfänglich aussieht, als wenn sie ins nirgendwo führt, eingeprägt, ebenso wie die Stelle, wo man in die Straße einbiegt, die in die Richtung des Canal-de-la-Bruche führt.
Der andere Grund ist, dass ich mich testen wollte und musste, schaffe ich die 110 km? 
Die OP und Reha sind jetzt etwa 2 Monate zurück und ich trainiere intensiv und bekomme weiterhin Lymphdrainage.
Es war zum Teil bis zu 30 Grad, ich konnte sie fahren, auch wenn es natürlich anstrengend war. Zum Abschluss bin ich nochmal in den eiskalten Wasserlauf in Kehl, bevor ich dann die letzten 18 km nach Appenweier geradelt bin.
Theoretisch ist es also machbar.
110 km sind viel. Das ist mir jetzt ein paar mal gesagt worden. 110 km bei dieser Hitze will ich auch niemandem zumuten, die Tour soll Spaß machen und vor allem auch gesund sein.
Wir können jederzeit unterwegs am Kanal umdrehen, zum Beispiel nach dem Picknick am Angelteich. Da haben wir schon viel der Schönheiten am Kanal geniessen können.
Eis essen und Crêpes können wir dann im Jardin de deux rives. Und wir haben dann auch Zeit für die Kneipp-Anwendungen. Im Eiscafe von Appenweier können wir vor der Zugfahrt es uns dann noch mal richtig gut gehen lassen.
Die Tourlänge bestimmen wir dann einfach unterwegs. 
Wenn wir die komplette Tour von Appenweier über Kehl, die Passerelle im Garten der zwei Ufer nach Strassbourg, von dort zum Canal-de-la-Bruche bis nach Molsheim fahren, sind das hin und zurück 110 km.
Passerelle
Auch wenn es nicht so aussieht, der Radweg geht wirklich bis Aristide Briand. Die Tram D nach Kehl fährt ja auch schon.
 




Der Kanal wurde einmal gebaut, um Steine aus den Vogesen und Waren nach Strasbourg zu bringen. Diese Funktion hat er nicht mehr und so sind alle Schleusen abgebaut.
Den  Angelteich von Hangbieten, wo wir rasten können, können wir auch als Wendepunkt nehmen, wenn wir nicht die volle Länge bis Molsheim fahren wollen.

Am Kanal sieht man auch immer wieder die Waschplätze.

Wenn man auf den Marktplatz einbiegt, dreht sich schon immer das historische Karoussel Jules Verne mit der Straßenbahn Desire und dem Flieger vom Kleinen Prinz.


Molsheim war Zentrum der Rekatholisierung des Elsass. Die Jesuitenkirche ist ein markantes Bauwerk im Stadtbild. Sie ist großartig ausgestaltet. Und als ich ankam, spielte der Organist auf der Silbermann-Orgel.

Nicht weit ist in einem Flügel des Klosters das Bugatti-Museum untergebracht.


Als ich wieder in Kehl zurück war, gab es nichts schöneres, als solange durch den eiskalten Blauen Weg zu waten, bis die Füsse runtergekühlt waren und etwas abschwollen.


Tja, die 110 km sind schon weit. 
Sie setzt sich zusammen aus 18 km Appenweier - Kehl und 37 km Kehl - Molsheim.
Wenn wir die Route abkürzen wollen, können wir die Route am Kanal abkürzen und schon vor Molsheim umdrehen. 
Wir können aber auch versuchen, von Kehl nach Strasbourg mit der SWEG zu fahren. Diese Züge sind aber meistens sehr voll und demzufolge nicht mehr als für Fahrradmitnahme vorgesehen.
Hier die Übersicht zu den Zügen:


Ab Kehl fährt die SWEG im Stundentakt (:34) nach Appenweier - OG. Offiziell allerdings ohne Fahrradmitnahme (außer 20:34), da die Bahnen meistens überfüllt sind. Zusätzlich noch 18:04 für den Entlastungszug aus OG


Die Minutenzeiten ab Appenweier sind :07, sowie 16:40, 18:40

Morgens ist auf der SWEG ebenfalls keine offizielle Fahrradmitnahme vorgesehen. Wenn man den Zug 8:07 in Karlsruhe nimmt, ist die Wartezeit mit 50 Minuten allerdings auch so lang, dass man da schon fast nach Kehl geradelt ist. Beim Zug 9:07 ist die Wartezeit 20 Minuten, allerdings auch ohne offizielle Fahrradmitnahme.

Sonntag, 3. Juni 2018

ADFC Tour Mainz - Eltville - Rüdesheim - Bingen - Burgen am Mittelrhein bis Oberwesel

ADFC Tour Mainz - Eltville - Rüdesheim - Bingen - Burgen am Mittelrhein bis Oberwesel

Am Sonntag den 03.06.2018 hatten wir Hochsommerwetter, als wir die echte Tour starteten.
In die Kirche St. Stephan konnten wir allerdings nur verstohlen ein Blick vom Eingang aus auf die Fenster von March Chagall werfen. Es war Gottesdienst, auch wenn er nicht angeschrieben war.
Im Dom St. Martin wusste ich, dass den ganzen Vormittag Gottesdienste sind und hatte ja die Hoffnung, dass man von hinten in den Säulengang zum Altar schauen kann. Aber das war nicht möglich, ein Domschweizer in historischer Uniform mit Hellbarde versperrte das Eindringen. Man konnte nur in den Kreuzgang und Garten.
Wenn man das alles besuchen will, muss man mal an einem Nachmittag vorbeikommen.

So radelten wir dann weiter.
Zu den Bildern siehe meinen Blog zur Vortour.

Eltville war diesmal eine Pracht. Noch schöner als beim letzten Mal, alle Rosen standen in voller Blüte. Und das wurde gefeiert. Mit der Folge für mich, dass ich meine Thermo-Trinkflasche im Schlosshof neben dem Eisstand stehen liess. Wir waren schon über 2 km weiter, als ich den Verlust bemerkte. Für mich hieß das, zurückradeln in das Gewühle von Eltville. Die Flasche stand noch da, wo ich sie abgestellt hatte. In einem Biergarten, viel weiter als ich es eigentlich geplant hatte, fand ich meine Gruppe wieder.

Rüdesheim erlebten wir diesmal entspannend ohne die endlose Autokolonne. Kein Auto, sie waren ausgesperrt, weil hunderte von Bikern ihr Fest feierten. Sie flanierten mit ihren blitzenden Maschinen auf und ab. Und zwischen die parkenden Motorräder stellten wir unsere Fahrräder.

Mit der Fähre ging es nach dem Besuch der Drosselgasse und einigen erfrischend leckeren Eiswaffeln hinüber nach Bingen. 

Bei der Vortour kam ich bis zur Burg Sooneck.
Die Gruppe, die ich jetzt dabei hatte, mit der kam ich noch viel weiter.
Um 17 Uhr waren wir in Bacharach. 17:35 fuhr der Zug, mit dem wir in Mainz in den SÜWEX nach Karlsruhe umsteigen konnten. Wir hatten also eine halbe Stunde Zeit, um eine Eis oder Kuchen zu essen.

Wenn wir bis Oberwesel weiterradeln, könnten wir ein paar Burgen mehr sehen. Und dort um 17:57 in den Rheintal-Express umsteigen, mit dem wir quer durch die Pfalz ohne Umsteigen nach Karlsruhe konnten. Das war für viele der Anreiz.

Also weiterradeln, Burgen geniessen … Um 17:25 waren wir schon in Oberwesel. Die Stadt der Türme und des Weins. UNESCO Welterbe. Ich hörte Blasmusik aus der Ferne. Die Klänge zogen mich magisch an, ich radelte diesen Melodien nach. Auf dem historischen Marktplatz mit seinem riesigen Rieslingglas wurde gefeiert. Und ein riesiges Kuchenbuffet mit selbstgebackenem Kuchen, das große Stück für 1,50 EUR. Käsekuchen klassisch oder mit Pfirsisch, Erdbeerkuchen, Streuselkuchen mit Rhabarbar oder Beeren, Apfelkuchen, … und, und und. Die Muffins waren leider schon weg. Vor der langen Heimreise konnte man sich bei zünftigen Klängen nochmal richtig stärken. 

Mit tatkräftiger Unterstützung der Bahnmitarbeiter verteilten wir unsere Fahrräder im Zug. 
Auf dem Fest in Oberwesel gab es nur Kaffee, aber kein Mineralwasser. Es war abzusehen, dass mein Getränkevorrat nicht bis Karlsruhe reichte. In Bingen, das wusste ich, steht im Ausgangsbereich ein Getränkeautomat und der Zug hat ein paar Minuten Aufenthalt, wenn er pünktlich ankommt. Während der Zugfahrt schilderte ich dem Lokführer mein Problem, beziehungsweise meinen Wunsch, mir in Bingen, was zum trinken zu kaufen. Das kriegen wir hin, meinte er und er wird nicht wegfahren, bevor ich wieder zurück bin. Ankunft Bingen 2 Minuten vor Fahrplan. Ich sprinte zur Treppe, runter in den Gang, gerannt bis ich einen Hinweis zum Ausgang sehe, Treppe hoch. Und da sehe ich dann auch den Automaten. Getränk gezogen. Als er das Getränk greift, sehe ich meinen Missgriff. Eine Pepsi Cola. Es gibt bestimmt jemanden, dem das schmeckt. Jetzt genauer hingeschaut. Nächstes 2 EUR Stück. Die Nummer des Mineralwassers getippt. Wenn man die Nummer eingegeben hat, kann man sie nicht mehr korrigieren, der Greifer wandert sofort zur Flasche. Im Bahnhof muss alles schnell gehen. Jetzt habe ich die Pepsi und mein Evian. Treppe runter, Gang entlang bis Gleis 202. Treppe hoch. Der Zug hat auf mich gewartet, es sind auch noch 2 Minuten Zeit.
Entspannt geht es nach Karlsruhe.

Eine schöne Tour geht zuende.

Bis zur Burg Sooneck sind Beschreibung und Bilder im Post der Vortour.

Hier jetzt das, was danach bis Bacherach und Oberwesel kommt, alle mit => gekennzeicheten Einträge enthalten weitere Informationen, wenn man sie anklickt:
=>Kaub am Rhein mit der Burg Pfalzgrafenstein im Rhein und der Burg Gutenfels auf der rechtsrheinischen Seite


=>Oberwesel, Marktplatz mit einem Fest
=>Oberwesel, im Hintergrund auf dem Berg  die Schönburg

Für Oberwesel, wie für viele Orte an der Strecke, sollte man sich wirklich Zeit nehmen. Nicht umsonst ist das Mittelrheintal UNESCO Weltkulturebene.
Dem Bahnhof gegenüber ist zum Beispiel die =>Liebfrauenkirche als eine der bedeutensten hochgotischen Kirchen im Rheinland. Goldaltar, Lettner, Wandmalereien und vieles mehr.

Bis zur Burg Sooneck steht die Beschreibung im Post der Vortour.
Hier geht es jetzt weiter:

Burg Hohneck

Burg Hohneck, auch Heimburg genannt, wurde 1294 als Grenzburg errichtet, nachdem das Gebiet um Niederheimbach zur Kurmainzer Enklave wurde, die von Ländereien des Pfalzgrafs bei Rhein umgeben war. Nachdem die Situation 1344 zu Gunsten von Kurmainz gelöst wurde, verlor die Burg an Bedeutung.

=>Ruine Fürstenberg

=>Burg Stahleck
Ist heute eine Jugendherberge

=>Bacherach

=>Schönburg  (Oberwesel)

Montag, 21. Mai 2018

Vortour Mainz - Eltville - Rüdesheim - Bingen - Burgen am Mittelrhein. Ein gelungener Versuch

Vortour Mainz - Eltville - Rüdesheim - Bingen - Burgen am Mittelrhein. Ein gelungener Versuch

Hinweis: alle mit => gekennzeicheten Einträge enthalten weitere Informationen, wenn man sie anklickt.

Wie schon in den letzten Posts beschrieben, bis Ende Juni ist Radfahren offiziell aus medizinischer Sicht nicht vorgesehen, um den Heilungserfolg durch einen Sturz nicht zu gefährden. Mit dem Birdy habe ich das Fahrrad wesentlich stärker unter Kontrolle, da der Rahmen unter mir verläuft, sodass ein Sturz unwahrscheinlich ist. Damit konnte ich die Ärztin überzeugen und sie setzt darauf, dass ich vernünftig radle. Das tue ich in eigenem Interesse sowieso.
Nach der Reha ist vor der Therapie. Ich dachte ja, die Baustelle ist nur das Ödem im operierten Bein, und dass sollte per Lymphdrainage immer weiter verbessert werden. Aber intensivierte Krankengymnasitik ist weiter nötig, damit die Muskel nicht nur aufgebaut werden, sondern noch besser koordinieren. Ich habe den Eindruck, wesentlich besser als vor dem Unfall. Anhand der Muskelkater spüre ich, welche Muskeln bis jetzt wohl nicht intensiv beansprucht wurden. Meine Kraft hole ich beim Radeln im wesentlich aus dem vorderen Oberschenkelmuskel. Jetzt kommt noch der Muskel auf der Rückseite dazu, die Pobacken und immer neue. Und auf dem nachgiebigen Balance-Pad muss ich erreichen, problemlos eine Minute auf einem Bein stehen zu bleiben.
Ich übe und übe, gehe fast täglich schwimmen, es soll schliesslich gut werden.

Jetzt stand für mich als Herausforderung an, wie es mit der Ausdauer aussieht.

Am Pfingstmontag war das Wetter sommerlich und da probierte ich, was ich mit der Tour am Mittelrhein am 03.06.2018 machen kann. 
Diese Tour wandelte ich folgendermassen ab:
Zielsetzung ist nicht mehr Mainz - St. Goar (Loreley) sondern Mainz - Bingen + Burgen bis Burg Hohneck (gegenüber von Lorch am Rhein). In Mainz fahre ich die ausgefallenen Orte Kaiserdom St. Martin und St. Stephan mit den Fenstern von Marc Chagall. 
Hinweis: 

Der Zug RE 4470 kommt um 9:47 in Mainz HBF an.


Damit können wir noch die Kirche St. Stephan besuchen, bevor der Gottesdienst um 11 Uhr beginnt. Im Dom St. Martin sind vormittags Gottesdienste, offiziell kann man ihn erst ab 12:30 besichtigen. Einen Blick von hinten reinwerfen, wenn man sich ganz ruhig verhält, ist vielleicht möglich. Rumlaufen kann man natürlich nicht, die Kirchen sind Gotteshäuser, keine Museen. =>Informationen zum Dom und St. Stephan.
Wenn man vom Hauptbahnhof kommt, geht es zuerst auf den Berg zu St. Stephan und dann wieder runter zum Dom St. Martin. 
Achtung, die Straßen sind zum Teil schmal, die Straßenbahngleise gehen entlang des Gehwegs. Und es ist relativ steil. Aus Sicherheitsgründen muss man das Fahrrad schieben.
Am Kurfürstlichen Schloss wechseln wir die Rheinseite nach Mainz-Kastell in Wiesbaden. Es geht dann an der rechten Rheinseite entlang Richtung Eltville, Rüdesheim. Dort geht es mit der Fähre rüber nach Bingen und dort linksseitig am Rhein entlang, alle paar Kilometer winkt eine Burg. Ich bin bis 20 km an St. Goar herangefahren. Ich hätte auch bis St. Goar radeln können, aber dann wäre es schon vorher ein Abhetzen geworden, wo man für das schöne keine Zeit hat. Wenn man sich wirklich Zeit nehmen will für die Schönheiten des UNESCO Weltkulturerbes, darf man sich nicht auf einen Endpunkt fixieren. In Eltville und auch vorher schon Walluf als ältester Weinort gibt es zuviel zu sehen, um einfach ohne Stopp durchzuradeln. Dann häufen sich die Weinlokale am Rhein, es ist Mittagszeit, Zeit sich zu setzen und was zu essen. In Winkel könnte man mit der Fähre die Rheinseite wechseln, aber dann verpasst man Rüdesheim. Und das Ufer bei Ingelheim sieht nach der Idylle, durch die man bis jetzt geradelt ist, nicht verlockend aus. So erreicht man Rüdesheim. Man könnte ja jetzt schnell am Stau vorbei zum Fähranleger radeln, um schnell auf die Pfälzer Seite zu kommen. Aber wenn man schon hier ist, dann muss man auch auf Touri machen und durch die Drosselgasse gehen. Rüdesheim geht nur zu Fuss zwischen den anderen Touristen und den Touristenbähnchen. Auch wenn man nicht einkehrt und kauft, sondern nur guckt, Zeit braucht man. Bingen kann man über den Radschnellweg schnell verlassen. Eine geniale Idee. Er besteht aus zwei Hälften. Die linken beiden Spuren liegen in der oberen Ebene. Die rechten beiden Spuren verlaufen wellenförmig immer wieder nach unten, um touristische Ziele zu erreichen und dann wieder hoch, um auf die obere Fahrbahn zu wechseln, wenn man nicht mehr vorhat, den Weg zu verlassen. Die Idee ist allerdings nur als Idee genial. In einer Touristengegend weiss ja niemand genau, wo es es sich lohnt, runter zu fahren, sodass man höllisch aufpassen muss, weil permanent die Ebenen gewechselt werden. Dann geht es am Rhein entlang, hinter fast jeder Biegung wartet eine Burg am Berg. Und zwar meistens gut erhaltene Burgen, keine Ruinen. Man bleibt stehen, fotografiert, … Man muss sich also die Zeit merken und den Kilometerstand, wann man den Hauptbahnhof passiert hat. Und dann losradeln und Burgen gucken. So kann man dann abschätzen, wie weit man radelt, ob man umdreht oder es bis St. Goar oder Oberwesel versucht. Ohne dass die Tour in Hektik endet.
Deshalb würde ich die Tour jetzt so beschreiben wie in der Überschrift:
Mainz - Eltville - Rüdesheim - Bingen - Burgen am Mittelrhein

Da der Mittelrhein kein grosses Gefälle hat, geht er in die Breite. Das Geschiebe lagert er ab, sodass im Flussbett Inseln entstehen. Diese Inseln in einem breiten Bett, die Weinberge, dann wieder die Berge mit Duzenden von Burgen machen den Reiz des UNESCO Kulturerbes aus.

=>Und hier die Eindrücke in Bildern:
11:52 Wir haben die Kirche St. Stephan mit den Fenstern von Marc Chagall und den Kaiserdom St. Martin besichtigt und befinden uns jetzt auf der rechten Rheinseite in Hessen, Wiesbaden Mainz-Kastell.
=>Zur Beschreibung vom Kaiserdom St. Martin und der Kirche St. Stephan siehe meine Erläuterungen auf dieser Seite.
12:47 Wir haben Wiesbaden hinter uns gelassen, der Riesling-Radweg beginnt.

13:06 Eltville, das Schloss, der Garten, …

die Gassen …
13:52 Rast in der Nähe von Hattenheim
14:37 Weinladekran bei Hattenheim
15:21 Rüdesheim in Sicht

15:34 Drosselgasse (das muss sein, wenn man schon hier ist, und andere aus aller Welt hierher fliegen)

16:17 auf der Fähre nach Bingen
Zwischen Bingen und Assmanshausen, wo auch die Nahe in den Rhein mündet beginnt das Durchbruchstal Mittelrheintal, wo der Rhein auf der Länge bis Bonn sich durch das Rheinische Schiefergebirge frisst. 
16:30 Der Mäuseturm von Bingen
16:45 Niederwalddenkmal 
Seit der Auflösung des Deutschen Reiches (1806) hatte sich die Idee eines Staates mit deutschem Kaiser im Volk ausgebreitet. Der Deutsche Bund mit 34 souveränen Fürsten und 4 freien Städten führte zu einer starken Position dieser Fürsten. Reformideen führten zu Demonstrationen und Revolutionen (1848). 1866 vereinigten sich 17 Bundesstaaten zum Norddeutschen Bund. Vier Jahre später schlossen sich auch alle süddeutschen Staaten dem Bündnis an. 1870 erklärte Frankreich Deutschland den Krieg und wurde besiegt. So wurde am 18. Januar 1871 der preußische König im Spiegelsaal von Versailles zum Deutschen Kaiser gekrönt. Damit war die ersehnte Einigung Deutschlands volbracht.
Das 19. Jahrhundert war das Jahrhundert der Denkmäler. Man begann noch im selben Jahr mit der Planung eines National-Monuments. Die Grundsteinlegung fand am 16. September 1877 statt und sechs Jahre später feierte man die Einweihung des Bauwerks im Beisein des Kaisers und vieler anderer Persönlichkeiten.


17:01 Burg =>Rheinstein

17:12 Burg =>Reichenstein (im Hintergrund hinter der Kirche)
17:13 Burg =>Reichenstein
17:27 Burg =>Sooneck (hinten am Berg)


17:36 Und noch ein kühlendes Bad für die Füsse zum Abschwellen. Das tut gut, bevor es zurück zum Bahnhof geht.