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Sonntag, 17. Juni 2018

Canal de la Bruche 17.06.2018

Canal de la Bruche  17.06.2018
ACHTUNG: In Frankreich ist die Mitnahme einer Warnweste vorgeschrieben!

18 km sind es von Appenweier nach Kehl. Von Kehl zum Canal-de-la-Bruche sind es 12 km und dann bis Molsheim 25 km. Also insgesamt 55 km und hin und zurück 110 km. Beim km-Stand 40 erreichen wir auf dem Hinweg den Angelteich von Hangbieten, wo man eine Rast einlegen kann. Die erste Rast sollte man am Bachlauf am Blauen Weg im Garten der zwei Ufer auf Kehler Seite machen. Das Wasser ist so eiskalt wie in einem Kneippbad, für mein immer noch geschwollenes Bein nach der OP die reinste Wohltat.
Für mich hatte heute (10.06.2018) diese Vortour mehrere Funktionen:
Ich bin das letzte Mal vor fast zwei Jahren in Strasbourg gewesen. Strasbourg wandelt sich rasant, vor allem der Stadteingang Jardin de deux rives. Dort steht fast nichts mehr aus dem zum Teil sehr heruntergekommenen Quartier.Ein Neubauviertel ist dort entstanden. Anfang 2017 ist die Straßenbahnlinie D von Aristide Briand nach Kehl zum Bahnhof verlängert worden. Zwischen Aristide und dem Jardin de deux rives fährt die Straßenbahn jetzt noch durch Brachland, die komplette Infrastruktur für Haltestellen ist aber bereits vorinstalliert. Ebenso ein großzügig dimensionierter Radweg ohne die vielen Kreuzungen und Einmündungen des alten Radwegs. Dort sollen in den nächsten Jahren ein Stadtviertel und ein Jachthafen entstehen. Ich habe mir jetzt diese neue Streckenführung, die anfänglich aussieht, als wenn sie ins nirgendwo führt, eingeprägt, ebenso wie die Stelle, wo man in die Straße einbiegt, die in die Richtung des Canal-de-la-Bruche führt.
Der andere Grund ist, dass ich mich testen wollte und musste, schaffe ich die 110 km? 
Die OP und Reha sind jetzt etwa 2 Monate zurück und ich trainiere intensiv und bekomme weiterhin Lymphdrainage.
Es war zum Teil bis zu 30 Grad, ich konnte sie fahren, auch wenn es natürlich anstrengend war. Zum Abschluss bin ich nochmal in den eiskalten Wasserlauf in Kehl, bevor ich dann die letzten 18 km nach Appenweier geradelt bin.
Theoretisch ist es also machbar.
110 km sind viel. Das ist mir jetzt ein paar mal gesagt worden. 110 km bei dieser Hitze will ich auch niemandem zumuten, die Tour soll Spaß machen und vor allem auch gesund sein.
Wir können jederzeit unterwegs am Kanal umdrehen, zum Beispiel nach dem Picknick am Angelteich. Da haben wir schon viel der Schönheiten am Kanal geniessen können.
Eis essen und Crêpes können wir dann im Jardin de deux rives. Und wir haben dann auch Zeit für die Kneipp-Anwendungen. Im Eiscafe von Appenweier können wir vor der Zugfahrt es uns dann noch mal richtig gut gehen lassen.
Die Tourlänge bestimmen wir dann einfach unterwegs. 
Wenn wir die komplette Tour von Appenweier über Kehl, die Passerelle im Garten der zwei Ufer nach Strassbourg, von dort zum Canal-de-la-Bruche bis nach Molsheim fahren, sind das hin und zurück 110 km.
Passerelle
Auch wenn es nicht so aussieht, der Radweg geht wirklich bis Aristide Briand. Die Tram D nach Kehl fährt ja auch schon.
 




Der Kanal wurde einmal gebaut, um Steine aus den Vogesen und Waren nach Strasbourg zu bringen. Diese Funktion hat er nicht mehr und so sind alle Schleusen abgebaut.
Den  Angelteich von Hangbieten, wo wir rasten können, können wir auch als Wendepunkt nehmen, wenn wir nicht die volle Länge bis Molsheim fahren wollen.

Am Kanal sieht man auch immer wieder die Waschplätze.

Wenn man auf den Marktplatz einbiegt, dreht sich schon immer das historische Karoussel Jules Verne mit der Straßenbahn Desire und dem Flieger vom Kleinen Prinz.


Molsheim war Zentrum der Rekatholisierung des Elsass. Die Jesuitenkirche ist ein markantes Bauwerk im Stadtbild. Sie ist großartig ausgestaltet. Und als ich ankam, spielte der Organist auf der Silbermann-Orgel.

Nicht weit ist in einem Flügel des Klosters das Bugatti-Museum untergebracht.


Als ich wieder in Kehl zurück war, gab es nichts schöneres, als solange durch den eiskalten Blauen Weg zu waten, bis die Füsse runtergekühlt waren und etwas abschwollen.


Tja, die 110 km sind schon weit. 
Sie setzt sich zusammen aus 18 km Appenweier - Kehl und 37 km Kehl - Molsheim.
Wenn wir die Route abkürzen wollen, können wir die Route am Kanal abkürzen und schon vor Molsheim umdrehen. 
Wir können aber auch versuchen, von Kehl nach Strasbourg mit der SWEG zu fahren. Diese Züge sind aber meistens sehr voll und demzufolge nicht mehr als für Fahrradmitnahme vorgesehen.
Hier die Übersicht zu den Zügen:


Ab Kehl fährt die SWEG im Stundentakt (:34) nach Appenweier - OG. Offiziell allerdings ohne Fahrradmitnahme (außer 20:34), da die Bahnen meistens überfüllt sind. Zusätzlich noch 18:04 für den Entlastungszug aus OG


Die Minutenzeiten ab Appenweier sind :07, sowie 16:40, 18:40

Morgens ist auf der SWEG ebenfalls keine offizielle Fahrradmitnahme vorgesehen. Wenn man den Zug 8:07 in Karlsruhe nimmt, ist die Wartezeit mit 50 Minuten allerdings auch so lang, dass man da schon fast nach Kehl geradelt ist. Beim Zug 9:07 ist die Wartezeit 20 Minuten, allerdings auch ohne offizielle Fahrradmitnahme.

Sonntag, 3. Juni 2018

ADFC Tour Mainz - Eltville - Rüdesheim - Bingen - Burgen am Mittelrhein bis Oberwesel

ADFC Tour Mainz - Eltville - Rüdesheim - Bingen - Burgen am Mittelrhein bis Oberwesel

Am Sonntag den 03.06.2018 hatten wir Hochsommerwetter, als wir die echte Tour starteten.
In die Kirche St. Stephan konnten wir allerdings nur verstohlen ein Blick vom Eingang aus auf die Fenster von March Chagall werfen. Es war Gottesdienst, auch wenn er nicht angeschrieben war.
Im Dom St. Martin wusste ich, dass den ganzen Vormittag Gottesdienste sind und hatte ja die Hoffnung, dass man von hinten in den Säulengang zum Altar schauen kann. Aber das war nicht möglich, ein Domschweizer in historischer Uniform mit Hellbarde versperrte das Eindringen. Man konnte nur in den Kreuzgang und Garten.
Wenn man das alles besuchen will, muss man mal an einem Nachmittag vorbeikommen.

So radelten wir dann weiter.
Zu den Bildern siehe meinen Blog zur Vortour.

Eltville war diesmal eine Pracht. Noch schöner als beim letzten Mal, alle Rosen standen in voller Blüte. Und das wurde gefeiert. Mit der Folge für mich, dass ich meine Thermo-Trinkflasche im Schlosshof neben dem Eisstand stehen liess. Wir waren schon über 2 km weiter, als ich den Verlust bemerkte. Für mich hieß das, zurückradeln in das Gewühle von Eltville. Die Flasche stand noch da, wo ich sie abgestellt hatte. In einem Biergarten, viel weiter als ich es eigentlich geplant hatte, fand ich meine Gruppe wieder.

Rüdesheim erlebten wir diesmal entspannend ohne die endlose Autokolonne. Kein Auto, sie waren ausgesperrt, weil hunderte von Bikern ihr Fest feierten. Sie flanierten mit ihren blitzenden Maschinen auf und ab. Und zwischen die parkenden Motorräder stellten wir unsere Fahrräder.

Mit der Fähre ging es nach dem Besuch der Drosselgasse und einigen erfrischend leckeren Eiswaffeln hinüber nach Bingen. 

Bei der Vortour kam ich bis zur Burg Sooneck.
Die Gruppe, die ich jetzt dabei hatte, mit der kam ich noch viel weiter.
Um 17 Uhr waren wir in Bacharach. 17:35 fuhr der Zug, mit dem wir in Mainz in den SÜWEX nach Karlsruhe umsteigen konnten. Wir hatten also eine halbe Stunde Zeit, um eine Eis oder Kuchen zu essen.

Wenn wir bis Oberwesel weiterradeln, könnten wir ein paar Burgen mehr sehen. Und dort um 17:57 in den Rheintal-Express umsteigen, mit dem wir quer durch die Pfalz ohne Umsteigen nach Karlsruhe konnten. Das war für viele der Anreiz.

Also weiterradeln, Burgen geniessen … Um 17:25 waren wir schon in Oberwesel. Die Stadt der Türme und des Weins. UNESCO Welterbe. Ich hörte Blasmusik aus der Ferne. Die Klänge zogen mich magisch an, ich radelte diesen Melodien nach. Auf dem historischen Marktplatz mit seinem riesigen Rieslingglas wurde gefeiert. Und ein riesiges Kuchenbuffet mit selbstgebackenem Kuchen, das große Stück für 1,50 EUR. Käsekuchen klassisch oder mit Pfirsisch, Erdbeerkuchen, Streuselkuchen mit Rhabarbar oder Beeren, Apfelkuchen, … und, und und. Die Muffins waren leider schon weg. Vor der langen Heimreise konnte man sich bei zünftigen Klängen nochmal richtig stärken. 

Mit tatkräftiger Unterstützung der Bahnmitarbeiter verteilten wir unsere Fahrräder im Zug. 
Auf dem Fest in Oberwesel gab es nur Kaffee, aber kein Mineralwasser. Es war abzusehen, dass mein Getränkevorrat nicht bis Karlsruhe reichte. In Bingen, das wusste ich, steht im Ausgangsbereich ein Getränkeautomat und der Zug hat ein paar Minuten Aufenthalt, wenn er pünktlich ankommt. Während der Zugfahrt schilderte ich dem Lokführer mein Problem, beziehungsweise meinen Wunsch, mir in Bingen, was zum trinken zu kaufen. Das kriegen wir hin, meinte er und er wird nicht wegfahren, bevor ich wieder zurück bin. Ankunft Bingen 2 Minuten vor Fahrplan. Ich sprinte zur Treppe, runter in den Gang, gerannt bis ich einen Hinweis zum Ausgang sehe, Treppe hoch. Und da sehe ich dann auch den Automaten. Getränk gezogen. Als er das Getränk greift, sehe ich meinen Missgriff. Eine Pepsi Cola. Es gibt bestimmt jemanden, dem das schmeckt. Jetzt genauer hingeschaut. Nächstes 2 EUR Stück. Die Nummer des Mineralwassers getippt. Wenn man die Nummer eingegeben hat, kann man sie nicht mehr korrigieren, der Greifer wandert sofort zur Flasche. Im Bahnhof muss alles schnell gehen. Jetzt habe ich die Pepsi und mein Evian. Treppe runter, Gang entlang bis Gleis 202. Treppe hoch. Der Zug hat auf mich gewartet, es sind auch noch 2 Minuten Zeit.
Entspannt geht es nach Karlsruhe.

Eine schöne Tour geht zuende.

Bis zur Burg Sooneck sind Beschreibung und Bilder im Post der Vortour.

Hier jetzt das, was danach bis Bacherach und Oberwesel kommt, alle mit => gekennzeicheten Einträge enthalten weitere Informationen, wenn man sie anklickt:
=>Kaub am Rhein mit der Burg Pfalzgrafenstein im Rhein und der Burg Gutenfels auf der rechtsrheinischen Seite


=>Oberwesel, Marktplatz mit einem Fest
=>Oberwesel, im Hintergrund auf dem Berg  die Schönburg

Für Oberwesel, wie für viele Orte an der Strecke, sollte man sich wirklich Zeit nehmen. Nicht umsonst ist das Mittelrheintal UNESCO Weltkulturebene.
Dem Bahnhof gegenüber ist zum Beispiel die =>Liebfrauenkirche als eine der bedeutensten hochgotischen Kirchen im Rheinland. Goldaltar, Lettner, Wandmalereien und vieles mehr.

Bis zur Burg Sooneck steht die Beschreibung im Post der Vortour.
Hier geht es jetzt weiter:

Burg Hohneck

Burg Hohneck, auch Heimburg genannt, wurde 1294 als Grenzburg errichtet, nachdem das Gebiet um Niederheimbach zur Kurmainzer Enklave wurde, die von Ländereien des Pfalzgrafs bei Rhein umgeben war. Nachdem die Situation 1344 zu Gunsten von Kurmainz gelöst wurde, verlor die Burg an Bedeutung.

=>Ruine Fürstenberg

=>Burg Stahleck
Ist heute eine Jugendherberge

=>Bacherach

=>Schönburg  (Oberwesel)