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Montag, 21. Mai 2018

Vortour Mainz - Eltville - Rüdesheim - Bingen - Burgen am Mittelrhein. Ein gelungener Versuch

Vortour Mainz - Eltville - Rüdesheim - Bingen - Burgen am Mittelrhein. Ein gelungener Versuch

Hinweis: alle mit => gekennzeicheten Einträge enthalten weitere Informationen, wenn man sie anklickt.

Wie schon in den letzten Posts beschrieben, bis Ende Juni ist Radfahren offiziell aus medizinischer Sicht nicht vorgesehen, um den Heilungserfolg durch einen Sturz nicht zu gefährden. Mit dem Birdy habe ich das Fahrrad wesentlich stärker unter Kontrolle, da der Rahmen unter mir verläuft, sodass ein Sturz unwahrscheinlich ist. Damit konnte ich die Ärztin überzeugen und sie setzt darauf, dass ich vernünftig radle. Das tue ich in eigenem Interesse sowieso.
Nach der Reha ist vor der Therapie. Ich dachte ja, die Baustelle ist nur das Ödem im operierten Bein, und dass sollte per Lymphdrainage immer weiter verbessert werden. Aber intensivierte Krankengymnasitik ist weiter nötig, damit die Muskel nicht nur aufgebaut werden, sondern noch besser koordinieren. Ich habe den Eindruck, wesentlich besser als vor dem Unfall. Anhand der Muskelkater spüre ich, welche Muskeln bis jetzt wohl nicht intensiv beansprucht wurden. Meine Kraft hole ich beim Radeln im wesentlich aus dem vorderen Oberschenkelmuskel. Jetzt kommt noch der Muskel auf der Rückseite dazu, die Pobacken und immer neue. Und auf dem nachgiebigen Balance-Pad muss ich erreichen, problemlos eine Minute auf einem Bein stehen zu bleiben.
Ich übe und übe, gehe fast täglich schwimmen, es soll schliesslich gut werden.

Jetzt stand für mich als Herausforderung an, wie es mit der Ausdauer aussieht.

Am Pfingstmontag war das Wetter sommerlich und da probierte ich, was ich mit der Tour am Mittelrhein am 03.06.2018 machen kann. 
Diese Tour wandelte ich folgendermassen ab:
Zielsetzung ist nicht mehr Mainz - St. Goar (Loreley) sondern Mainz - Bingen + Burgen bis Burg Hohneck (gegenüber von Lorch am Rhein). In Mainz fahre ich die ausgefallenen Orte Kaiserdom St. Martin und St. Stephan mit den Fenstern von Marc Chagall. 
Hinweis: 

Der Zug RE 4470 kommt um 9:47 in Mainz HBF an.


Damit können wir noch die Kirche St. Stephan besuchen, bevor der Gottesdienst um 11 Uhr beginnt. Im Dom St. Martin sind vormittags Gottesdienste, offiziell kann man ihn erst ab 12:30 besichtigen. Einen Blick von hinten reinwerfen, wenn man sich ganz ruhig verhält, ist vielleicht möglich. Rumlaufen kann man natürlich nicht, die Kirchen sind Gotteshäuser, keine Museen. =>Informationen zum Dom und St. Stephan.
Wenn man vom Hauptbahnhof kommt, geht es zuerst auf den Berg zu St. Stephan und dann wieder runter zum Dom St. Martin. 
Achtung, die Straßen sind zum Teil schmal, die Straßenbahngleise gehen entlang des Gehwegs. Und es ist relativ steil. Aus Sicherheitsgründen muss man das Fahrrad schieben.
Am Kurfürstlichen Schloss wechseln wir die Rheinseite nach Mainz-Kastell in Wiesbaden. Es geht dann an der rechten Rheinseite entlang Richtung Eltville, Rüdesheim. Dort geht es mit der Fähre rüber nach Bingen und dort linksseitig am Rhein entlang, alle paar Kilometer winkt eine Burg. Ich bin bis 20 km an St. Goar herangefahren. Ich hätte auch bis St. Goar radeln können, aber dann wäre es schon vorher ein Abhetzen geworden, wo man für das schöne keine Zeit hat. Wenn man sich wirklich Zeit nehmen will für die Schönheiten des UNESCO Weltkulturerbes, darf man sich nicht auf einen Endpunkt fixieren. In Eltville und auch vorher schon Walluf als ältester Weinort gibt es zuviel zu sehen, um einfach ohne Stopp durchzuradeln. Dann häufen sich die Weinlokale am Rhein, es ist Mittagszeit, Zeit sich zu setzen und was zu essen. In Winkel könnte man mit der Fähre die Rheinseite wechseln, aber dann verpasst man Rüdesheim. Und das Ufer bei Ingelheim sieht nach der Idylle, durch die man bis jetzt geradelt ist, nicht verlockend aus. So erreicht man Rüdesheim. Man könnte ja jetzt schnell am Stau vorbei zum Fähranleger radeln, um schnell auf die Pfälzer Seite zu kommen. Aber wenn man schon hier ist, dann muss man auch auf Touri machen und durch die Drosselgasse gehen. Rüdesheim geht nur zu Fuss zwischen den anderen Touristen und den Touristenbähnchen. Auch wenn man nicht einkehrt und kauft, sondern nur guckt, Zeit braucht man. Bingen kann man über den Radschnellweg schnell verlassen. Eine geniale Idee. Er besteht aus zwei Hälften. Die linken beiden Spuren liegen in der oberen Ebene. Die rechten beiden Spuren verlaufen wellenförmig immer wieder nach unten, um touristische Ziele zu erreichen und dann wieder hoch, um auf die obere Fahrbahn zu wechseln, wenn man nicht mehr vorhat, den Weg zu verlassen. Die Idee ist allerdings nur als Idee genial. In einer Touristengegend weiss ja niemand genau, wo es es sich lohnt, runter zu fahren, sodass man höllisch aufpassen muss, weil permanent die Ebenen gewechselt werden. Dann geht es am Rhein entlang, hinter fast jeder Biegung wartet eine Burg am Berg. Und zwar meistens gut erhaltene Burgen, keine Ruinen. Man bleibt stehen, fotografiert, … Man muss sich also die Zeit merken und den Kilometerstand, wann man den Hauptbahnhof passiert hat. Und dann losradeln und Burgen gucken. So kann man dann abschätzen, wie weit man radelt, ob man umdreht oder es bis St. Goar oder Oberwesel versucht. Ohne dass die Tour in Hektik endet.
Deshalb würde ich die Tour jetzt so beschreiben wie in der Überschrift:
Mainz - Eltville - Rüdesheim - Bingen - Burgen am Mittelrhein

Da der Mittelrhein kein grosses Gefälle hat, geht er in die Breite. Das Geschiebe lagert er ab, sodass im Flussbett Inseln entstehen. Diese Inseln in einem breiten Bett, die Weinberge, dann wieder die Berge mit Duzenden von Burgen machen den Reiz des UNESCO Kulturerbes aus.

=>Und hier die Eindrücke in Bildern:
11:52 Wir haben die Kirche St. Stephan mit den Fenstern von Marc Chagall und den Kaiserdom St. Martin besichtigt und befinden uns jetzt auf der rechten Rheinseite in Hessen, Wiesbaden Mainz-Kastell.
=>Zur Beschreibung vom Kaiserdom St. Martin und der Kirche St. Stephan siehe meine Erläuterungen auf dieser Seite.
12:47 Wir haben Wiesbaden hinter uns gelassen, der Riesling-Radweg beginnt.

13:06 Eltville, das Schloss, der Garten, …

die Gassen …
13:52 Rast in der Nähe von Hattenheim
14:37 Weinladekran bei Hattenheim
15:21 Rüdesheim in Sicht

15:34 Drosselgasse (das muss sein, wenn man schon hier ist, und andere aus aller Welt hierher fliegen)

16:17 auf der Fähre nach Bingen
Zwischen Bingen und Assmanshausen, wo auch die Nahe in den Rhein mündet beginnt das Durchbruchstal Mittelrheintal, wo der Rhein auf der Länge bis Bonn sich durch das Rheinische Schiefergebirge frisst. 
16:30 Der Mäuseturm von Bingen
16:45 Niederwalddenkmal 
Seit der Auflösung des Deutschen Reiches (1806) hatte sich die Idee eines Staates mit deutschem Kaiser im Volk ausgebreitet. Der Deutsche Bund mit 34 souveränen Fürsten und 4 freien Städten führte zu einer starken Position dieser Fürsten. Reformideen führten zu Demonstrationen und Revolutionen (1848). 1866 vereinigten sich 17 Bundesstaaten zum Norddeutschen Bund. Vier Jahre später schlossen sich auch alle süddeutschen Staaten dem Bündnis an. 1870 erklärte Frankreich Deutschland den Krieg und wurde besiegt. So wurde am 18. Januar 1871 der preußische König im Spiegelsaal von Versailles zum Deutschen Kaiser gekrönt. Damit war die ersehnte Einigung Deutschlands volbracht.
Das 19. Jahrhundert war das Jahrhundert der Denkmäler. Man begann noch im selben Jahr mit der Planung eines National-Monuments. Die Grundsteinlegung fand am 16. September 1877 statt und sechs Jahre später feierte man die Einweihung des Bauwerks im Beisein des Kaisers und vieler anderer Persönlichkeiten.


17:01 Burg =>Rheinstein

17:12 Burg =>Reichenstein (im Hintergrund hinter der Kirche)
17:13 Burg =>Reichenstein
17:27 Burg =>Sooneck (hinten am Berg)


17:36 Und noch ein kühlendes Bad für die Füsse zum Abschwellen. Das tut gut, bevor es zurück zum Bahnhof geht.

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