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Montag, 15. Januar 2018

Wintertour 28.01.2018 nach Baden-Baden? Frieder Burda Museum mit AMERICA! AMERICA!

Sonntag 28.01.2018
Der Trainingseffekt war optimal, es war zwar nicht der perfekte Frühlingstag, wie sollte es auch, wenn im ADFC-Fahradkalender als Wintertour ausgeschrieben, aber es war nicht kalt und es blieb auch trocken. Und die fehlende Sonne wurde durch Gegenwind auf dem größten Teil der Strecke ersetzt. Die Gesundheitswirkung ist auf jeden Fall um ein vielfaches gesünder, als sich bei Rückenwind einen Sonnenbrand zu holen.
Die Gruppe, die darauf vertraute, dass es bei meinen Touren nicht regnet, war zwar klein aber fein. Und trotzdem groß genug, um sich in Baden-Baden auf 3 Museen zu verteilen. Im Kunsthallen-Café haben wir uns am Schluss alle wiedergefunden.
 ROBERT LONGO  1953 Brooklyn, New York - lebt und arbeitet in New York
The Haunting (Triptych)
2005 Kohle auf aufgezogenem Papier
Sammlung Siegfried und Jutta Weishaupt

Dieses Tryptichon, erst zuhause, als ich es in meinen Blog gestellt habe, beleuchtet ungeplant die Frage, was ist Fiktion, was ist Wirklichkeit. Dieses Bild sah, als ich es im Frieder Burda Museum betrachtete, ganz anders aus, als hier auf dem Foto. Ich war total überrascht. Die künstlerische Aufarbeitung dieses einschneidenden Ereignisses berührt mich jedesmal. Ich teile oft Ereignisse in meinem Leben in die Zeit vor Nine Eleven und danach ein. Denn das Leben davor war ein anderes als es teils schleichend, teils in grossen Schritten danach wurde.

Wenn man vor dem Triptychon sitzt, blickt man auf die beiden Flugzeuge links und rechts auf dem verheerenden Weg zu den Zwillingstürmen. In der Mitte, die ganze mittlere Tafel des Triptychons ausfüllend, eine kohlenschwarze Fläche. Der Zwillingsturm? Das unvorstellbare Ereignis? Die Zeit danach? Gedanken, Erinnerungen an den Spuk gehen mir durch den Kopf.
Auf dem Foto ist von dem Hintergrund nur rechts unten der Ausschnitt der Gebäude der Nachbarschaft der Türme sichtbar geblieben. Alles andere der schwarzen Flächen hat sich auf meinem Foto verändert. Da, wo die schwarzem Flächen waren, spiegelt sich die Gegenwart. Das Leben des Heute, des Hier und Jetzt. Sie sind das Spiegelbild des Museums mit den Betrachtern.
Der Fotoapparat ist emotionslos, er fängt die Realität ein. Als Betrachter vor dem Bild sitzend habe ich die Spiegelungen schon irgendwie gemerkt, aber sie sind nicht ins Bild eingegangen. Auf jeden Fall nicht so dominierend, wie auf dem Foto oben. In Wirklichkeit ist alles was auf dem Bild den Museumsraum, die Menschen zeigt, eine leere schwarze Fläche.
How real is real?

Ich habe nur einmal fotografiert. Und ich bin froh, dass ich genau dieses Bild ausgesucht habe. Ohne zu wissen, dass was ganz anderes rauskommt als ich glaubte zu sehen.

Physikalisch lässt es sich natürlich erklären, es gibt schliesslich keinen Spuk (Haunting), entstehen so "alternative Fakten"? 

Ursel machte zuhause eine ähnliche Erfahrung mit dem Atompilz Nagasaki, ebenfalls von Robert Longo. Sie wurde mitten im Atompilz in die Höhe gerissen. Erschreckend ...

Bilder, die nach dem Fotografieren eine fast apokalyptische andere Sicht zeigen, als das was man im Museum sah oder glaubte gesehen zu haben.






Ein Vorschlag, wenn am Sonntag 28.01.2018 immer noch oder schon wieder Frühling ist, dann könnten wir nach Baden-Baden radeln. Warum? Das schreibe ich hier :-)
Wer Lust darauf hat, bitte bei mir melden :-)

der Treffpunkt ist wie bei allen Wintertouren um 11 Uhr in der Kronenstraße 9.


Nach Baden-Baden in die Innenstadt sind es 45 km. Die reine Radelzeit ist also 3 Stunden. Mit Pausen zwischendrin vielleicht knapp 3,5 Stunden.

Am Abend radeln wir dann runter zum Bahnhof Baden-Oos (5 km) und mit der Bahn zurück nach Karlsruhe.


Hinweis: Ich wurde gefragt, ob man auch in das Farbergé-Museum kann. Die Gestaltung der Zeit in Baden-Baden kann natürlich nach Belieben gestaltet werden. Das Farbergé-Museum ist in der Sophienstraße 30 und damit nicht übermäßig weit weg von der Lichtentaler Allee, wo die Museen LA8, Kunsthalle, Frieder-Burda-Museum. Zum Augustaplatz radeln und von dort über die Lichtentaler Straße zur Sophienstraße und dann rechts zum Museum.

Gestern am Sonntag (14.01.2018) hatten wir endlich mal wieder Sonnenschein und fast Frühlingswetter. Die Woche davor erhielt ich den Newsletter des Museumspasses. Mit einer Beschreibung der aktuellen Ausstellung "AMERICA! AMERICA! HOW REAL IS REAL ?" im Frieder-Burda-Museum.
William N. Copley, Imaginary Flag for U.S.A., 1972, stitched and sewn fabric (cotton, nylon, polyester), 127 x 182 cm, William N. Copley Estate, New York ©VG Bild-Kunst, Bonn 2017


09. Dezember 2017 – 21. Mai 2018



Mythen, Projektionen, Sehnsüchte: In Zeiten von „Fake News“ und „Alternative Facts“ wird deutlich, wie sehr der amerikanische Traum mit emotional aufgeladenen Bildern und Symbolen verwoben ist. Zugleich ist sich wohl kaum eine andere Nation der Wirkungskraft von Bildern so bewusst. Die Images des „American Way of Life“, die in den Medien und der Unterhaltungsindustrie produziert werden, können bestehende Machtverhältnisse und Vorstellungen von Wirklichkeit zementieren, aber auch radikal in Frage stellen. 

Mit rund 70 Meisterwerken der US-Gegenwartskunst, wie Andy Warhols Race Riot (1964), Jeff Koons lebensgroßer Skulptur Bear and Policeman (1988) oder Jenny Holzers Leuchtschriftinstallation Truisms (1994) zeigt America! America! How real is real?, wie Künstler von den 1960er-Jahren bis heute die amerikanische Realität kommentieren. Mit Werken aus der Sammlung Frieder Burda und zahlreichen hochkarätigen Leihgaben lädt die Schau zu einer Exkursion durch die visuelle Kultur Amerikas ein.

Schon die Stars der Pop Art wie Andy Warhol, Roy Lichtenstein oder James Rosenquist transformieren die Oberflächen der Konsumkultur in eine Kunst, die von ungeheurer Verführung und kühler Distanz spricht. Indem sie die Methoden der kommerziellen Bildproduktion übernehmen, verabschieden sie sich von den traditionellen Vorstellungen von Authentizität. Das Gefühl von Entfremdung verkörpern auch die Werke der großen US-Maler der 1980er. Die psychologisch aufgeladenen Leinwände von Eric Fischl, die hermetischen Szenen von Alex Katz, die riesigen Film-Noir-artigen Grafitzeichnungen von Robert Longo sezieren die Träume und Ängste einer verunsicherten weißen Mittelschicht. Zur selben Zeit erobern Künstler wie Jeff Wall oder Cindy Sherman die Szene, die unsere medial geprägte Wahrnehmung kritisch reflektieren. Sie werden zu Vorbildern für nachfolgende Generationen. Mit den Strategien der Konzeptkunst, Performance und Fotografie schaffen sie Bildwelten, in denen die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Inszenierung zerfließen: How real is real?

(Ausstellungstext Frieder-Burda-Museum)

Trump mit seiner Einteilung in Fake News für alles, was nicht in sein Weltbild passt, wird künstlerisch noch nicht gezeigt.
Aber in unseren Köpfen sind ja diese aktuellen Bilder und Wahrnehmungen präsent und gehen in Wechselwirkung mit der Ausstellung.
Wie real ist real wirklich. Das allermeiste, was wir erfahren, erleben wir ja nicht selbst, sondern bekommen es über Medien vermittelt. Und ein jeder sieht es dann noch durch den Filter der eigenen Wahrnehmung.
Und jetzt durch das Internet, den sozialen Medien können von jedem beliebige Wahrheiten geschaffen werden. Und nun nicht mehr nur als Kunstform, sondern als "eigene" Realität.
Doch was ist Realität? Immer öfter hört man in den Nachrichten den Satz "die Informationen konnten nicht verifiziert werden".
Ist Realität wahr oder nur eine Wahrnehmung?
Eine Ausstellung, die zum Diskutieren anregt, aber auch zum Hinterfragen der eigenen Wahrnehmung und dem Umgang damit. Denn die Menschen sind Subjekte und keine Objekte, subjektive Wahrnehmung mischt sich in objektiv reale Tatsachen. Doch schon wieder die Frage, was ist real?
Eine Frage, die schon Platon mit seinem Höhlengleichnis philosophisch umtrieb.
(meine Gedanken dazu)

Kunsthalle Baden-Baden
Als ich später im Bistro der Kunsthalle meine Suppe aß, eine ganz reale wohlschmeckende Zuchini-Gemüsecreme-Suppe, hörte ich von oben aus der Kunsthalle immer wieder den Song of the Germans" in ungewohnter Form. Neugierig schlich ich nach oben. Und entdeckte eine ungewöhnliche Installation des nigerianischen Künstlers Emeka Ogboh zu der Frage, In welcher Position finden sich afrikanische Auswanderer im gegenwärtigen Deutschland/Europa wieder?
Ich habe ja den Museumspass, damit konnte ich dem Trieb der Neugierde folgen und ging nach oben. nachdem ich meine Suppe ausgelöffelt und den Tee ausgetrunken hatte.


Emeka Ogboh





If Found Please Return to Lagos



10.11.2017 — 19.00 Uhr – 04.2.2018


In welcher Position finden sich afrikanische Auswanderer im gegenwärtigen Deutschland/Europa wieder? Diese Frage diskutiert der nigerianische Künstler Emeka Ogboh in seiner ersten großen Einzelausstellung. Hierfür verwandelt er die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden in einen Klangkörper. Den Auftakt der Schau bilden zehn Lautsprecher, aus denen „The Song of the Germans“ ertönt, das Deutschlandlied. Dabei werden die Zeilen jedoch nicht wie gewohnt in deutscher Sprache, sondern in Douala, Igbo, Ewondo und weiteren afrikanischen Sprachen gesungen – den jeweiligen Muttersprachen der Sänger des Berliner Chors Bona Deus.
Emeka Ogboh setzt sich in seinen Werken intensiv mit dem Thema Immigration auseinander. Hierbei lässt er auch eigene Erfahrungen einfließen, die er in den Städten Lagos und Berlin gesammelt hat. Für seine Ausstellung in der Kunsthalle produziert der für seine Arbeiten vielfach ausgezeichnete Künstler auch zahlreiche ortsbezogene Werke, die sich auf den Geschmackssinn konzentrieren. So braut er für Baden-Baden eine Version des inzwischen legendären Bieres „Sufferhead Original“. Hierzu befragte er Menschen mit afrikanischem Hintergrund ihren Geschmackserlebnissen. Wie schmeckt Baden-Baden und welche Geschmäcker fehlen? Aus diesen gustatorischen Erfahrungen entwickelt er das Rezept für das dunkle Bier und stößt eine kritische Befragung von Begriffen wie Identität und Nationalität an. Für das Bier hat der Künstler außerdem in den prächtigen Räumen des Casinos einen Werbespot gedreht. Die Protagonisten sind Personen mit afrikanischem Hintergrund, die in der Stadt Baden-Baden und im Umland leben. Im Film schaffen diese gemeinsam das Bild einer kosmopolitischen Gesellschaft, die selbstbewusst mit Wurzeln, Einflüssen und Zwischenräumen umgeht. Hierfür gilt besonderer Dank den zahlreichen Mitwirkenden in Baden-Baden, die dieses Projekt erst möglich gemacht haben.
(Ausstellungstext der Kunsthalle Baden-Baden)




Sonntag, 30. April 2017

Radtour 30.04.17 nach Baden-Baden

Hoffen wir, dass das Wetter so sonnig wird, wie es heute war.




Die eine Hoffnung hat sich ja heute schon erfüllt, das Daumendrücken hat geholfen. Als ich nach Hause radeln wollte, sah ich, dass auf dem Platz am Anfang der Lichtentaler Allee eine Menschmenge zusammen gekommen ist, Europafahnen wehten. "Pulse of Europe" ist eine Bewegung, die sich in immer mehr Städten etabliert. Immer lauter sind die Bewegungen, sich in die Nationalstaaten zurück zu ziehen. "Pulse of Europa" will, dass der Puls Europas wieder spürbar und sichtbar ist, will die Begeisterung für ein gemeinsames Europa. Am Schluss trat sogar ein Tenor auf, und sang die Europahymne, und alle sangen mit.

Da stand noch das Schreckgespenst im Raum, die Wahl zwischen Pest und Cholera, zwischen den beiden Europagegnern Le Pen und Melancon. Mit Daumen drücken für Macron wurden wir entlassen.
Und jetzt heute abend, puh, aufatmen. In der Stichwahl wird Europa jetzt doch höchstwahrscheinlich gewinnen.



Startpunkt ist am ADFC-Büro in der Kronenstrasse. Über Ettlingen - Malsch - Muggensturm geht es zum Schloss Favorite in Kuppenheim. Hier können wir eine kleine Pause einlegen, dort gibt es auch ein Schlosscafe. Weiter geht es dann nach Baden-Baden. Bis zum Bahnhof Baden-Oos ist der der Streckenverlauf weitgehend eben mit einigen moderaten Wellen. Von Baden-Oos geht es permanent eine schwache Steigung etwa 7 km hinauf in die Stadt. Am Park an der Lichtentaler Allee ist dann unser Ziel erreicht. Im LA8 ist die interessante Ausstellung "Vornehme Parallelgesellschaften im 19. Jahrhundert". Sigmar Polke "Alchemie und Arabeske" im Frieder Burda-Museum. Und Sergej Jensen in der Staatlichen Kunsthalle.



Bis hierhin sind es 45 km.



Der Rückweg geht dann über Rastatt, Ötigheim (Volkschauspiele), Durmersheim nach Karlsruhe.


Man hat aber auch die Möglichkeit, in Baden-Oos, Rastatt oder weiteren Orten entlang der S-Bahnstrecke nach Karlsruhe in den Zug zu steigen.


LA8, Frieder Burda, Kunsthalle. 3 Museen, 3 unterschiedliche Ausstellungen.
Das LA8 mit seiner Ausstellung
==>NATUR UND KULISSE. Vornehme Parallelgesellschaften im 19. Jahrhundert

25.03.2017 - 03.09.2017 Baden-Baden, Museum LA8


Die Ausstellung fragt nach dem konkreten Ort, an dem sich die Bürger nach dem Ende adliger Misswirtschaft und kirchlicher Bevormundung zwanglos trafen, einander außerhalb der alten Ständeverfassung begegneten, die Wirkung ihrer neuen Kleiderordnung praktisch ausprobierten, sich amüsierten oder auf einer Bank saßen und das Wetter genossen sowie wo sich Geschäfts- oder Liebesbeziehungen anbahnten: dem Park.


Eine Ausstellung über die Gesellschaften in den Bäder-Kurorten. Baden-Baden, Bad Ems, Marienbad, Karlsbad, Wiesbaden, Bad Schwalbach (die ich aus meiner Kindheit kenne), ... die illustren Gäste, die Montags dann in den jeweiligen Zeitungen aufgelistet wurden. Und jeder Kurort beanspruchte für sich, Das Bad Deutschlands, Das Bad Europas zu sein.
Damit man was mitnehmen kann, wurden wunderschöne Landschaften gemalt, die Bilder von Schirmer aus der Karlsruher Kunsthalle hängen auch dort. Und dann irgendwo auch ein wunderschönes Bild eines norwegischen Fjords. Der Titel des Bildes "Norwegische Landschaft, gemalt im Schwarzwald". Ich musste schmunzeln. Ein leicht ironischer Unterton hängt im Raum. So wie es schon damals die Journalisten befallen hat. Die Präsentationen im LA8 haben immer ein gewisses etwas, finde ich. Ich gehe gerne hin.

Inzwischen regt sich mein Magen, der Mensch lebt nicht von Kunst allein. Also steuere ich Frieder Burda an. Sigmar Polke liegt auf dem Weg zum Bistro.
Sigmar Polke (1941 – 2010) gehört zu den größten Bild-Erfindern und bedeutendsten Malern Deutschlands. Seine Werke leben von gesteuerten Zufällen und bergen geheimnisvolle Überraschungen. Sie werden von einem besonderen Wort- und Bildwitz begleitet, der alles kategorisch Strenge durchbricht. ...
Zunächst geht es an Zerrspiegeln vorbei, dann steht man vor einer Vorrichtung, die eine Kartoffel um eine andere kreisen lässt. Auf den Schalter darf man drücken und dann kreisen sie. "Eine höher Macht befahl mir das Dreieck hier rechts oben" steht auf einem weissen Bild mit einem schwarzen Dreieck rechts oben. Bei den Rastergrafiken findet man den Bildinhalt erst, wenn man einige Meter Abstand gewonnen hat, ...

Als ich mich dann endlich leiblich stärkte, sass ich ja schon in der Kunsthalle.

==>Sergej Jensen

Die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden zeigt von März bis Juni eine
umfangreiche Einzelausstellung von Sergej Jensen. Mit über 40 Werken des in New York und Berlin lebenden Künstlers präsentiert die Schau Bilder von 2001 bis heute. Es ist die erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland seit 2013.
Jensen wurde 1973 im dänischen Maglegaard geboren, wuchs in Frankfurt auf und studierte dort an der Städelschule bei Prof. Thomas Bayrle. Seit Ende der neunziger Jahre versuchte er Farben und malerische Spuren so weit wegzulassen, bis er auf den Malgrund stieß. Rohe Stoffe wie Leinen, Jute, Nessel oder Seide benutzte Jensen sowohl als Träger wie auch als Gestaltungsmittel. Er beklebte sie mit gefundenen Textilien oder Geld, färbte sie in der Waschmaschine oder mischte die Farben mit Bleiche. Die Reste seiner Bilder wurden zu neuen Werken zusammengenäht. ...
Das ist der Beginn der offiziellen Beschreibung. In eigenen Worten kann man es schlecht beschreiben.
Und es braucht eine solche Kunsthalle mit ihren grossen Räumen, um das wirken zu lassen.
Am Ende habe ich das Gästebuch gelesen, wie es anderen erging. Irgendwie ratlos.
Mich hat sie irgendwie an die Malewitsch-Ausstellung von vor ein paar Jahren erinnert. Ich erging mich damals auch in eine Menge Erklärungsversuche.
Sergej Jensen will aber wahrscheinlich gar nicht erklärt werden, seine meisten Werke heissen "ohne Titel". Es sei denn, es klebt zum Beispiel ein Geldschein drauf, dann heisst es "1000 D-Mark". ...

Mein Fazit war am Ende, mein zufällige Reihenfolge war die einzig mögliche, wenn man sich alle 3 Ausstellungen anschauen will.
Und dazu braucht man eigentlich auch den Museumspass.

Nichts falsch macht man auf jeden Fall mit dem LA8.



Samstag, 17. Dezember 2016

Was tut sich noch, jetzt, nachdem die großen Touren geradelt sind?

Die nächsten Termine, zu weiteren Informationen weiter runter scrollen:

09.12.2016 Freitag 18:30 Weihnachtsfeier im Schlosscafe:
viel Platz hatten wir, es war nicht laut, und es ist immer wieder entspannend, bei Familie Campanella mit deren wohlschmeckenden italienischen Küche einzukehren.
So abseits vom lauten Trubel habe ich es wohltuend beim letzten Mal empfunden.
Ich habe deshalb diese Woche wieder unseren Besuch angekündigt und für uns einen Tisch reserviert.
Bitte gebt mir Bescheid, wenn ihr kommt, damit ich und vor allem das Schlosscafe disponieren können. Denn im Winter hat das Schlosscafe abends normalerweise nicht geöffnet. Der Tisch wird dann speziell für uns gedeckt :-)





17.12.2016 Samstag 15:09 (oder auch 14:09) Gengenbach Adventskalender
mit Bildern von Andy Warhol. 18:00 Öffnungszeremonie
Eigentlich ein Muss, und schon eine Tradition. Vor allem, weil in diesem Jahr wieder was Neues, Grossartiges beginnt. Andy Warhols Bilder kommen von New York nach Gengenbach. Mit einer begleitenden Ausstellung im Museum Haus Löwenberg.
(Hier gilt der Museumspass).
Zurück 18:45 (Karlsruhe 19:48)

Weiteres, insbesondere auch zu den beiden Abfahrtszeiten für die Hinfahrt siehe weiter unten.
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04.12.2016 Sonntag 09:09 Fondation Beyeler in Riehen (Basel)

Die Sonne hatte den Nebel verscheucht, bis wir mit dem Zug in Weil am Rhein waren.
Die "Wandergruppe" fuhr noch mit der S-Bahn ein Stück weiter und wanderte dann den halben Kunstpfad bis Beyeler.
Für unsere kleine Radlergruppe ging es dann mit dem Rad hinauf zum Vitra Campus, wo wird den Kunstpfad in seiner vollen Länge abradelten, inclusive der Steigung zum Weinberg. Da uns die Sonne auf den Rücken brannte und wir zu warm angezogen waren, war natürlich Schieben erlaubt. Zumal ich mir auf der Terasse von Vitra Design die Gans mit Rotkohl und Knödeln habe entgehen lassen. Schade, schade, aber ich konnte ja die anderen nicht warten lassen. Und es wären ja auch zuviel der Genüsse, Kandinsky war schliesslich das Ziel nach dem Kunstpfad :-)
Und es war eine wunderschöne Ausstellung mit äusserst informativen Vorträgen zu den Zusammenhängen. Eurythmie, die die Farben in Bewegung umsetzten.
Und die "Bilder einer Ausstellung" von Mussorgsky, der ja unbedingt dazugehört, klingen mir immer noch im Kopf.
Denn der Grundgedanke ist, dass ein Kunstwerk nur ein Kunstwerk ist, wenn es ausstrahlt, beim Betrachter etwas bewegt. Im Almanach werden ja nicht nur Bilder vorgestellt, sondern auch Musik in Noten. Eine Partitur ist ja genau genommen, ebenfalls etwas abstraktes. Ein Musiker hört schon die Melodie, wenn er sie liest, alle anderen brauchen ein Medium dafür. Die Führerin sang Passagen in Ermangelung eines Klaviers, in einem anderen Raum setzte eine Tänzerin die Farben in Bewegung um. Farben bedeuten Bewegung, Farben bedeuten Musikinstrumente, mit einem Bild kann man auch eine Fuge malen. ...
Ich bin immer noch ganz beeindruckt und bewegt

08:45 Treffpunkt Bahnhofsbuchhandlung HBF KA
09:09 Gleis 6 
Bitte vorher anmelden, wenn noch nicht geschehen. Auch, falls jemand angemeldetes nicht mitfahren kann.
Aber durch das zeitige Treffen, bin ich flexibel, die letzten Fahrkarten kaufe ich erst nach 8:45 
Kandinsky, Marc & Der Blaue Reiter   

zur Ausstellung habe ich ein Stück weiter unten mehr beschrieben,
ebenso zum Kunstpfad Rehberger-Weg 24 Stop's weiter unten und in einem gesonderten Post.

Museumspass nicht vergessen !!!!
Organisatorisches: Wir treffen uns wie immer an der Bahnhofsbuchhandlung im HBF KA. Wir nehmen die Schwarzwaldbahn bis Offenburg. Dort steigen wir um in die Rheintalbahn bis Weil-am-Rhein bzw. Basel Badischer Bahnhof. Von dort mit der Tram Linie 6 nach Riehen Fondation Beyeler.
Ich besorge die Baden-Württemberg-Tickets, deshalb bitte vorher anmelden, damit ich diesen Teil schon vorher besorgen kann und wir nicht in Stress geraten. Bis jetzt sind wir eine schöne Gruppe von 10 - 12, die sich für den Blauen Reiter auf den Weg machen.
Wir uns um 8:45, damit ich einen Überblick habe, wieviele definitiv dabei sind.


Alternative 1 kleine Radtour Kunstpfad (mit einer heftigen Steigung): Ein Vorschlag von mir ist, in Weil am Rhein auszusteigen und über den Kunstpfad Rehberger-Weg 24 Stop's zur Fondation Beyeler zu radeln (siehe unten im Blog).
Wer das mitmachen will, muss das Fahrrad mitnehmen.

Ich habe auf jeden Fall mein Birdy dabei.

Alternative 2 ohne Radtour Kunstpfad und ohne Wanderung:
Wer ohne diese kleine Fahrradtour zu Kandinsky will, bleibt im Zug bis zum Badischen Bahnhof (Endstation). Vor dem Bahnhof fährt die Tram Linie 6 Richtung Riehen. Sie fährt alle 10 Minuten (01 11 21 ...) und braucht bis zur Haltestelle Fondation Beyeler 11 Minuten.
Einzelfahrkarten der BVB kosten 3,60 CHF,
Mehrfahrkarten für 6 Fahrten 19,60 CHF (=3,23 CHF /P).

Die Strassenbahnfahrkarten können am Automaten oder am Schalter im Bahnhof gekauft werden. Einzelfahrkarten haben die Gültigkeit bereits aufgedruckt, können also nicht schon im Voraus für die Rückfahrt gekauft werden. Mehrfahrkarten müssen jeweils vor der Fahrt am Automat entwertet werden.

Am Billettautomaten kann man mit EC-Karte, CHF oder EUR-Münzen bezahlen.

Zurück von Riehen geht es ebenfalls alle 10 Minuten (02, 12, 22, ...), Dauer 11 Minuten bis Bad. Bahnhof.

Alternative 3 kleine Wanderung Kunstpfad Stationen 10 - 1:
Hans-Jürgen hat noch eine Variante ins Spiel gebracht, damit man ganz so unsportlich ins Museum geht. Theoretisch könnte man den Kunstpfad auch in seiner ganzen Länge abwandern. Aber ohne Fahrrad ist das zum Laufen doch einiges zu lang, es sind ja nicht nur die 5 km des Kunstpfades, sondern man muss ja noch 2 km zum Vitra-Campus laufen, wo der Weg beginnt.
Im Bahnhof Weil am Rhein kann man auf Gleis 1 12:14 mit der S-Bahn nach Weil-am-Rhein Ost fahren. Von dort geht es zu Fuß zur Hauptstraße Richtung rechts bis zur Station 10 mit einem Bodenkunstwerk auf der Kreuzung und dann abwärts, unten dann links zur Grenze, von dort über die Brücke am alten Zollhaus rechts an der Wiese (#6 Bienenhäuser) nach Riehen auf dem Kunstpfad entlang. Die Fondation Beyeler hat man dabei immer im Blick. Dieser Weg ist rund 2 km lang und zu Fuß für Wanderer zu schaffen.

Rückweg:
Wenn man kein Fahrrad dabei hat, kann man den Weg der Variante 3 auch wieder zurücklaufen.
Man kann aber auch in die Tram Linie 6 steigen und im Badischen Bahnhof in den Zug einsteigen.
Für die Radler empfiehlt sich der Bad. Bahnhof auf jeden Fall, da der Zug hier beginnt. In Weil am Rhein sind dann schon Fahrräder im Zug.

Achtung Radler bitte anmelden!
Ich sollte auf jeden Fall vorher in etwa wissen, wieviele das Fahrrad mitnehmen, damit ich diese bei der Deutschen Bahn anmelden kann. Die Rheintalbahn hat nicht die komfortablen Platzverhältnisse wie die Schwarzwaldbahn. In der Rheintalbahn gibt es ein niederfluriges halbes Mehrzweckabteil im Steuerwagen. Die übrigen Wagen sind Doppelstock-Hochflurwagen mit zum Teil 2-er Klappsitzen für Fahrräder in den Wagenübergängen. 

08:45 Treffpunkt Bahnhofsbuchhandlung HBF KA
09:09 Gleis 6
09:56 Gleis 4 Offenburg umsteigen 11 Minuten
10:07 Gleis 2 OG --> Basel
12:06 Gleis 8 Weil am Rhein   (-->12:14 Gleis 1 Richtung Zell bis Weil Ost)
12:11 Gleis 9 Badischer Bahnhof

Wir haben dann von 13 - 16 Uhr Zeit für Ausstellung, Einkehr

16:48 Gleis 9 Badischer Bahnhof
16:52 Gleis 7 Weil am Rhein  (<-- 16:45 Gleis 1 von Weil Ost 16:40)
18:50 Gleis 3 Offenburg umsteigen 12 Minuten
19:02 Gleis 6 OG --> KA
19:48 Gleis 9 KA

Die Bahnen fahren im Stundentakt


09.12.2016 Freitag 18:30 Weihnachtsfeier im Schlosscafe:
viel Platz hatten wir, es war nicht laut, und es ist immer wieder entspannend, bei Familie Campanella mit deren wohlschmeckenden italienischen Küche einzukehren.
So abseits vom lauten Trubel habe ich es wohltuend beim letzten Mal empfunden.
Ich habe deshalb diese Woche wieder unseren Besuch angekündigt und für uns einen Tisch reserviert.
Bitte gebt mir Bescheid, wenn ihr kommt, damit ich und vor allem das Schlosscafe disponieren können. Denn im Winter hat das Schlosscafe abends normalerweise nicht geöffnet. Der Tisch wird dann speziell für uns gedeckt :-)





17.12.2016 Samstag 15:09 Gengenbach Adventskalender
mit Bildern von Andy Warhol. 18:00 Öffnungszeremonie
Eigentlich ein Muss, und schon eine Tradition. Vor allem, weil in diesem Jahr wieder was Neues, Grossartiges beginnt. Andy Warhols Bilder kommen von New York nach Gengenbach. Mit einer begleitenden Ausstellung im Museum Haus Löwenberg.
(Hier gilt der Museumspass).

Als Termin hat sich der Samstag 17.12.2016 nachmittag herauskristallisiert. Da hat man noch die Gelegenheit, in Gengenbach einzukaufen.
Mehr Informationen weiter unten.

Organisatorisches: Wir treffen uns wie immer an der Bahnhofsbuchhandlung im HBF KA. Wir nehmen die Schwarzwaldbahn bis Offenburg, Gengenbach.
Ich besorge die Baden-Württemberg-Tickets, deshalb bitte vorher anmelden, damit ich diesen Teil schon vorher besorgen kann und wir nicht in Stress geraten.

14:45 Treffpunkt Bahnhofsbuchhandlung HBF KA15:09 Gleis 14 
Bitte vorher anmelden, wenn noch nicht geschehen. Auch, falls jemand angemeldetes nicht mitfahren kann.
Aber durch das zeitige Treffen, bin ich flexibel, die letzten Fahrkarten kaufe ich erst nach 14:45 



Neuer Vorschlag: Ich bin gefragt worden, ob man auch eine Stunde früher nach Gengenbach fahren kann, damit man mehr Zeit für alles hat. Von meiner Seite spricht nichts dagegen. Wenn nicht alle schon um 14:09, also eine Stunde früher fahren wollen, können wir auch 2 Gruppen bilden. Wir müssen nur darauf achten, dass wir die BW-Tickets optimal ausnutzen.
Gebt mir bitte Bescheid :-)

Es haben sich jetzt auch 2 Gruppen gebildet. Die grosse Gruppe fährt  um 14:09 und trifft sich um 13:45. Mit dieser fahre ich dann mit.

Die spätere Gruppe ist dann viel kleiner, bis jetzt sind es 3, die sich ein BW-Ticket teilen. Hier müsste dann eine/r das BW-Ticket  besorgen, für die, die eine Fahrkarte brauchen (Kinder unter 6 Jahren, Personen mit entsprechenden Ausweisen sind frei und brauchen nicht auf das BW-Ticket gezählt werden).
Verrechnen tun wir das dann in Gengenbach oder auf der Rückfahrt, damit alle das gleiche zahlen.
Die zweite Gruppe hole ich dann am Bahnhof Gengenbach ab.

Damit alle sich ihre Wünsche erfüllen können, Museum, Abtei, Weihnachtsmarkt, Shoppen, ... ist dann der gemeinsame Treffpunkt um 18 Uhr an der Bühne am Rathaus zur Adventskalender-Türöffnen-Zeremonie



Frühere Fahrt
13:45 Treffpunkt Bahnhofsbuchhandlung HBF KA
14:09 Gleis 6
15:05 Gleis 2 Gengenbach


Spätere Fahrt
14:45 Treffpunkt Bahnhofsbuchhandlung HBF KA
15:09 Gleis 14
15:56 Gleis 5 Offenburg umsteigen 8 Minuten
16:04 Gleis 7 OG --> Gengenbach
16:11 Gleis 2 Gengenbach

Stadtspaziergang durch das historische Gengenbach, Weihnachtsmarkt
Empfehlenswert Museum Haus Löwenberg, es gilt der Museumspass
18:00 Zeremonie zum Türöffnen

18:53 Gleis 1 Gengenbach
19:48 Gleis 9 KA


Wenn es uns gefällt, können wir auch länger bleiben, das Museum Haus Löwenberg schliesst erst um 20 Uhr. Wir müssen uns nicht hetzen, wir können in dieser Zeit auch entschleunigen :-)


Die Bahnen fahren im Stundentakt, allerdings muss man auf der Rückfahrt zu den ungeraden Stunden die SWEG um :46 nehmen, um in Offenburg in den IRE zu steigen, da dieser in Gengenbach nicht hält.
In Karlsruhe kann man alle geraden Stunden ohne Umsteigen nach Gengenbach fahren.


In Gengenbach brauchen wir kein Fahrrad, der Bahnhof ist keine 2 km vom Geschehen entfernt.

Und übrigens, wer noch Geschenke sucht, Gengenbach hat einen großen, handwerklichen Weihnachtsmarkt und der Museumsshop im Haus Löwenberg bietet besonderes und viel Auswahl. Und da gibt es nicht nur Andy Warhol sondern auch den Knödelfresser <grins>


Weitere Informationen zur Veranstaltung in Gengenbach biite ans Ende des Posts scrollen :-)

Soviel zur Adventszeit, damit werden die kürzer werdenden Tag doch schon ein wenig weniger schrecklich :-)
Und danach werden die Tage auch schon wieder länger, versprochen !

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Aber es gibt noch weitere Ausblicke:
Im nächsten Jahr mache ich unter anderem eine Tour nach Colmar. Die Stadt ist wunderschön. Und mich reizt das völlig neu gestaltete Musée Unterlinden. Das Unterlindenmuseum wurde erweitert und ist moderner geworden – doch der mittelalterliche Isenheimer Altar Grünewalds bleibt sein Zentrum.

Jetzt wieder zurück zum Hier und Jetzt:
In der Fondation Beyeler in Riehen (bei Basel) ist, wie man überall in Karlsruhe an den Litfaßsäulen sehen kann, im September eine neue Ausstellung zu sehen: 
Kandinsky, Marc & Der Blaue Reiter    4. SEPTEMBER 2016 – 22. JANUAR 2017

Kandinsky kam vom Malen in sein Atelier, die Nachmittagssonne tauchte ein Bild, das hochkant an einer Wand lehnte in ein ganz magisches Licht, sodass Kandinsky das Bild nicht erkannte und fasziniert war. Als er am nächsten Tag das Bild untersuchte, war es bei Tageslicht wieder ein ganz normales Bild mit Gegenständen. Nichts mehr von der Faszination mit dem speziellen Licht. Das leitete bei ihm den Wandel ein, nicht die Gegenstände, wie in der Malerei der Vergangenheit, sind das Entscheidende, sondern erst das, was das Bild ausdrückt, ist der Sinn der Kunst. Einen Busch dekorativ blau malen, macht keinen Sinn, wenn man es nur macht, weil es schön ist. Wenn die Pferde in der Landschaft blau sind, wird dadurch, das besondere, das einem Pferd inne ist betont. Das Pferd wird hervorgehoben, weil es beim Betrachter einen besonderen Eindruck hinterlässt.
Somit sind diese Bilder mit denen der vergangenen Zeiten gleichwertig, wenn diese Bilder eine Botschaft, einen Eindruck aussenden. Denn nicht der Stil des Bildes ist entscheidend sondern nur das, was es ausdrückt. Denn die Stile wechseln immer wieder, die Botschaft bleibt. Das führte dann 1911 zur Schaffung des Almanachs, mit Franz Marc als Herausgeber. Hier wurden Bilder, Zeichnungen aus allen Epochen und Kulturen, auch Kinderzeichnungen gesammelt. Entscheidend war in diesem Almanach nicht, wie bedeutend die Künstler waren, sondern was die Bilder ausdrückten. Auf vielen Seiten wurden 2 Bilder, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun hatten, einander gegenübergestellt, wenn er fand, dass die Botschaft das gleiche ausdrückt.
So sind in dem Almanach auch die 3 Votivbilder der Kirche St. Nikolaus in Murnau "Schmerzhafte Muttergottes". Auf diesen sind Unglücksfälle dargestellt, wo es um Leben und Tod geht. Obendrüber die Schmerzensmutter von der Strahlen ausgehen, die hellste Strahlkraft geht dabei zum dem Unglücksopfer, dass Hilfe herbeigefleht hatte. Diese Bilder aus dem 17. Jahrhundert waren in der Mitte des Almanachs, weil sie genau das ausdrückten, was Kandinsky ausdrücken will. Der Betrachter erkennt spontan an diesem Strahl des Geistes die Wirkung. Zu Materie gehört zwingend Geist, wenn eine Entwicklung angestossen werden soll. Die Almanache sollten als Jahrbücher rauskommen, aber zum einen setzte der 1. Weltkrieg dem ein vorläufiges Ende und danach war er mit dem Konzept von Kandinsky als Jahrbuch unbezahlbar.

Und noch was schönes. Während ich mir die Bilder anschaute, hatte ich das Gefühl, Mussorsky's Bilder einer Ausstellung zu hören. Es passte dazu. Die Töne kamen aus dem Videoraum am Ende des Wintergartens. Der Film war an einigen Stellen im Hintergrund leise mit diesen Melodien unterlegt. Einfach zum träumen :-)

Als ich im Saal 7 der Ausstellung Beyeler mich in diesen Almanach vertiefte muss ich an eine aktuelle Ausstellung in unserem ZKM hier in Karlsruhe denken.
Aby Warburg. Mnemosyne Bilderatlas bis zum 13.11.2016: Auf 63 Tafeln stellte er eine Sammlung aus der Vergangenheit, aus allen Kulturen bis zu seiner Zeit zusammen und stellte es auch in einen Kontext. Das mal nebenbei, die Ausstellung geht nur noch bis zum 13.11.2016.

Wenn wir morgens um 09:09 in Karlsruhe mit der Schwarzwaldbahn losfahren, in Offenburg umsteigen, sind wir um 12:11 in Basel. Mit dem Rad können wir auch schon in Weil aussteigen und von dort direkt nach Riehen radeln.
Wenn wir den Zug zurück um 16:48 nehmen, sind wir um 19:49 in Karlsruhe.
Die Bahnen fahren stündlich. Wir können mit dem BW-Ticket fahren, die Fahrradmitnahme ist kostenlos.

Wenn man schon dorthin fährt, schlage ich folgenden Kunstgenuss pur vor:
Vitra Design in Weil und Beyeler Kandinsky in Riehen ist für einen Tag zuviel.
Aber seit 2015 und vervollständigt 2016 gibt es auf den 5 km zwischen Vitra Design und Beyeler das länderübergreifende Kunstprojekt 24 STOPs von Tobias Rehberger. Auf diesem Radweg durch Feld, Flur und Weinberge sind 24 Stationen zum Schauen und Erleben. Siehe auch meinen getrennten Post hierzu.

Wir nehmen die Schwarzwaldbahn 9:09 Karlsruhe HBF
Wir fahren mit dem Zug bis Weil.  Da sind wir dann gegen 12:00. Vom Bahnhof radeln wir zum Campus Vitra Design. Das ist grade die Straße runter. Dann den Rehberger-Weg mit den 24 STOPS nach Beyeler in Riehen. Dann haben wir noch genug Zeit bei Kandinsky.
Um dann um 16:48 wieder mit dem Zug zurückzufahren.

Wer hat Lust mitzufahren? Meine Lust ist bei der Planung nochmal gestiegen, ich schaue es mir auf alle Fälle an :-)

Kunstpfad Rehberger-Weg 24 STOPS

Siehe hierzu auch meinen gesonderten Post dazu, als ich am 1.11.16 mir den Kunstpfad angeschaut habe.

° «24 STOPS»

Der Rehberger-Weg verknüpft über eine Länge von rund fünf Kilometern zwei Länder, zwei Gemeinden, zwei Kulturinstitutionen – und unzählige Geschichten. Er verläuft zwischen Weil am Rhein und Riehen, zwischen der Fondation Beyeler und dem Vitra Campus. Geleitet von «24 Stops», 24 Wegmarken des Künstlers Tobias Rehberger, lässt sich eine einzigartig vielfältige Natur und Kulturlandschaft erkunden. So gibt der Rehberger-Weg mit seinen Wegmarken den Anlass, die Geschichte und Geschichten der Umgebung und seiner Menschen kennen zu lernen und neu zu erzählen, und lädt zu einem Ausflug in die Natur ein.






Der Sonntag 4. Dezember macht noch einiges mehr aus diesem Tag. Kandinsky feiert an diesem Tag seinen 150. Geburtstag und ist damit der Tag Des Blauen Reiters:
Anlässlich des nach julianischem Kalender 150. Geburtstags von Wassily Kandinsky feiern wir den Tag des Blauen Reiters. Im Mittelpunkt steht die Vielfalt der Kunstformen, wie sie der Almanach Der Blaue Reiter vorstellt. Spezifische Führungen zu Themen wie z. B. „Musik und der Blaue Reiter“ finden ebenso statt wie Workshops., Vorträge und Performances.
Die Veranstaltung ist im Museumseintritt inbegriffen.
Sonntag, 4. Dezember 2016, 10 - 18 Uhr



Ach ja, in der Fondation Beyeler gilt der Museumspass.









Der Gengenbacher Adventskalender




Bereits seit bald zwanzig Jahren erweist sich das Gengenbacher Rathaus in der Adventszeit als magischer Anziehungspunkt: Es verwandelt sich mit seinen 24 Fenstern in das weltgrößte Adventskalenderhaus.





Andy Warhol Artwork © The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc.; background modified by Museum Haus Löwenberg Gengenbach in 2016


      
Kommen, schauen, staunen: Rund 100.000 Besucher aus Nah und Fern waren es allein in der zurückliegenden Adventszeit, die sich von dem allabendlichen Ritual in den Bann ziehen ließen, das mit Musik, Spiel und den warm hinterleuchteten Fenstern das Gengenbacher Rathaus in eine „Schatztruhe der Fantasie“ verwandelt.

Bilder von "Andy Warhol"

Aufmerksam geworden bin ich durch einen Artikel in den BNN, wo geschrieben wurde, dass sie extra in New York in der Andy Warhol Foundation zusammen Motive gesucht haben, die sich für die Hinterglasbeleuchtung eignen. Mehr wird man im Museum Haus Löwenberg erfahren, dort ist dann ein Thema die Verbindung von Andy Warhol zu illustren Künstlern von Beethoven über Goethe bis Beuys.

Es sind viele Leihgaben vom Frieder-Burda-Museum.

Und das ist auch wieder wie in der Vergangenheit der Bezug zu Gengenbach. Die Adventskalender hatten immer einen Bezug zu Gengenbach. Frieder Burda wurde in Gengenbach geboren. Über die Burda-Medien entwickelten sich über die Werbegrafiken Kontakte zu Andy Warhol in einer Zeit, wo Warhol in Deutschland noch völlig erfolglos war. Daraus entwickelte sich eine Beziehung, in der Frieder und Hubert Burda viele Grafiken von Andy Warhol sammelten. In jahrelanger Vorarbeit wurde dann in enger Abstimmung mit der Andy Warhol Foundation zusammengestellt, was sich für die Hinterglasbeleuchtung eignet. Das Motiv mit dem Schuh bezieht sich dabei auf seine Werbekunstwerke für die Mode, die Katze darauf, dass seine Mutter Unmengen an Tieren zuhause hatte. Das ganze Kunstjahr 2016 war in Gengenbach schon Andy Warhol gewidmet.

Ich denke, da sollte man sich auch Zeit für die Ausstellung nehmen. Ich bin auf jeden Fall gespannt.


Ab dem 30. November bis zum 23. Dezember werden 24 fantastische Motive die klassizistische Fassade des Rathauses verzaubern. Bilder weltbekannter Künstler wie Marc Chagall, Tomi Ungerer, Otmar Alt oder Motive der Kinderbuchhelden aus Jim Knopf und Räuber Hotzenplotz waren hier schon zu bewundern. Im Jahr 2016 erstrahlen nun Bilder von Andy Warhol, hauptsächlich frühe Werke aus seiner Zeit als Illustrator in New York, aus den Fenstern des Gengenbacher Rathauses.
Um 18 Uhr beginnt jeden Abend das Fensteröffnungs-Ritual. Würziger Duft schwebt durch die kalte Luft, angeregtes Stimmengewirr, fröhliches Lachen... Plötzlich wird es still. Es ist genau 18.00 Uhr. Das Rathaus liegt im Dunkeln. Ein Licht, viele Lichter, magisches Blau, Rot und Silber streifen über die prächtige 200 Jahre alte Rathausfassade, steinerne Figuren erwachen zum Leben. Und dann: das erste Fenster des Adventskalender-Rathauses öffnet sich.

Natürlich darf dann auch nicht die Andy Warhol - Ausstellung im Museum Haus Löwenberg fehlen.
Ausstellung im Museum Haus Löwenberg

Korrespondierend zum Auftritt des Zeichners Andy Warhol am Gengenbacher Adventskalender zeigt das Museum Haus Löwenberg in seinen Räumen Hintergründe. Faszinierende Zusammenhänge und Zugänge zu gestalterischen Mitteln des Pop Art- Künstlers werden erkennbar, darunter die zentrale Rolle von Massenmedien, den illustrierten Zeitschriften von LIFE über VOGUE bis zu seiner eigenen Zeitschrift „Interview“, die als ein Muster heutiger Lifestyle- Blätter angesehen wird.

In erfrischender Präsentation folgt dann als zweiter Schwerpunkt ein Ausschnitt aus dem reichen Bestand von „Deutschen Ikonen“. Nach seinen anfänglichen Misserfolgen war Warhol in Deutschland höchst begehrt, und so ist die große Zahl von Portraits Prominenter aus Geschichte und Gegenwart verständlich. In der Gengenbacher Ausstellung wird dies dokumentiert durch eine Reihe, die von Beethoven über Goethe bis zu Beuys reicht.