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Sonntag, 23. September 2018

Tour de Murg SO 23.09.2018

Tour de Murg SO 23.09.2018

DIESE TOUR FÄLLT LEIDER AUS
Es lief alles so gut, ich machte Fortschritte, die Schwellung im linken Bein ist dank eisernem Training mit Schwimmen, Radfahren, Nordsee im Watt schon fast ok. Ich dachte, ich habe die Unbill von 2018 hinter mir auf dem Weg in eine Zukunft zum freuen.
Und jetzt breche ich mir den Mittelfinger der rechten Hand. Die ambulante OP ist am Freitag vor der Tour. In begrenztem Umfang radle ich damit, um meinen Trainingsstand zu erhalten. Aber eine Tour wie diese mit Abfahrten ist unverantwortlich, mit der rechten Hand in der Schiene kann ich nicht bremsen und auch nicht richtig schalten. Zudem würde ich die Hand überlasten.
Es lief alles so gut, ich brauchte das nach allem, was passiert ist. Es wurde jäh unterbrochen. Ich bin untröstlich. 2018 könnte man streichen, zu vieles negative ist passiert. Aber es ist das Leben, ich muss es so nehmen. Es war ja auch vieles gut. Über die Bilanz muss man vielleicht später zurück blicken. Ich bin nicht alleine, sehr viele gute Menschen sind um mich. Und vor allem, es geht weiter, und kann jetzt nur besser werden. Ich werde mehr auf mich aufpassen. Das tue ich zwar, ich werde es verbessern, versprochen, ich will ja auch für euch da sein :-)

Das wäre es gewesen:

Treffpunkt HBF Buchhandlung 8:45. Bahn: Murgtal-Fahrrad-Express. Dieser Zug kommt von Ludwigshafen und fährt nach Freudenstadt.
Er hat nur eine Minute Aufenthalt, wir müssen also rechtzeitig da sein.
Der Murgtal-Fahrrad-Express ist keine S-Bahn sondern ein Regionalexpress der Deutschen Bahn, der RE 7 (38959), der um 9:05 in Karlsruhe auf Gleis 8 abfährt. Dieser Zug hat unter anderem 2 Waggons, wo Fahrräder eingehängt werden können und somit erheblich mehr Kapazität als die S-Bahnen. Die Waggons sind Hochflurwagen alter Bauart, dafür haben aber die Fahrradabteile eine breite Schiebetür.
Dieser Zug ist auch einiges schneller als die S-Bahn, er hat weniger Halte und fährt schneller. Nächster Halt ist in Rastatt um 9:24 Gleis 6. 
Eine Anmeldung ist unbedingt notwendig, da ich die entsprechende Anzahl Regio-X-Plus Tickets besorgen muss.
Wir fahren bis Baiersbronn und ab da mit dem Fahrrad nach Rastatt und von dort bei Lust weiter über Ötigheim, Durmersheim nach Karlsruhe.

Wir radeln ab Beiersbronn an der Murg entlang. Von da sind es bis Rastatt knapp 60 km. Bis Karlsruhe sind es dann knapp 90 km.
Auch wenn die Strecke tendenziell bergab geht, sind doch einige knackige Anstiege dabei.
Vor allem hinter Forbach. Hier wird ein Tal überquert. Die Talbrücke ist eine Bundesstraße ohne Standstreifen und für Fahrräder nicht unbedingt geeignet. Deswegen geht der Radweg über den Talschluss bergauf auf einer unbefestigten Straße und dann natürlich auch wieder runter.
Bevor es lange hoch geht, verlockt die Alte Felsenstraße. Die habe ich dann doch mal ausprobiert. Moderates Kopfsteinpflaster ist ok. Duzende Kletterer erklimmen die Felsen an der Straße. Man kommt an der anderen Seite des Tals an, unter der Bundesstraße hindurch am Freizeitbad Montana. Geht doch auch ohne Steigung freute ich mich. Aber am Ende des Parkplatzes geht es wieder auf die Bundesstraße. Immer noch ohne Randstreifen. Also doch nichts, es ist viel Verkehr, auch Motorräder. Ich bin umgedreht, auch andere, die der Versuchung erlegen sind. Der Brunnenweg mit der Steigung ist also der einzige sichere Radweg.

Dass wir einen heißen und trockenen Sommer hatten, hat man unter anderem am Kneippbecken unterwegs gemerkt. Ich freute mich darauf, meinen Beinen was gutes zu tun. Doch das Wasserbecken war so gut wie leer. Für die Arme reichte es noch, doch im Becken, wo man normalerweise durch das kalte Wasser watet, war nur ein Rinnsal, dass es kaum bis zum Abfluss schaffte, ohne vorher zu verdunsten. Ich ließ das Wasser nur über die Füße plätschern. Mal sehen, ob bis zur Tour sich das Becken füllen kann und wird.



Unterwegs war auf meiner Vortour ein großes Treffen von historischen Traktoren, Bulldogs und Unimogs
 Impressionen der Strecke





 Immer entlang der Murg, vorbei an malerischen Landschaften, Felsen, Schluchten
und vorbei an einem Lager für Brennstäbe und spaltbarem Material :-) 
Schloss Eberstein über Gernsbach

Montag, 13. August 2018

Nordsee Norddeich zur Erholung

Nordsee Norddeich zur Erholung

Die Nordsee ist für mich zu einer weiteren Heimat geworden. Hier kann ich einfach abschalten und tanken. Radtouren durch belebende Routen am Meer, die heimeligen Orte. Wandern durch das Watt, einsinken und waten durch den Schlick mit all den wertvollen Inhalten und dem Druck auf die Beine. Oder schwimmen im Meer, wenn man auf die Norderney hinüberfährt oder nach Baltrum eine Wattwanderung mitmacht.
Also Bewegung soviel man will und Gesundheit pur. Urlaub und Kur ist auch ohne Buchung immer dabei.
Genau das was ich nach dem Unfall besonders brauchte. Es ist zwar von den Folgen alles verheilt. Aber das linke Bein ist immer noch etwas geschwollen. Die 10 Tage brachten wieder einen Schub. Es geht millimeterweise vorwärts. Aber es geht vorwärts.
Und dann wurden es auch schöne Zeiten mit meinem Patenkind Clemens und meiner Schwägerin Carolin. Hier muss auch noch vieles heilen, was seine Zeit braucht.

Und wenn man bei geschickter Planung für knapp 19 EUR und zurück für sogar nur 14 EUR kommt, dann lockt das gerade an die Nordsee. Siebeneinhalb Stunden im ICE und IC, das Fahrrad im ICE zusammengeklappt beim Bistrowaggon. Das macht Lust.

Ankunft diesmal bei 33 Grad, das steigerte sich noch bis 38 Grad, das Wasser bis 24 Grad Celsius. So "karibisch" habe ich die Nordsee noch nie erlebt.
Der Hochsommer ist 2018 auch hier, Luft 33 Grad bei der Ankunft in Norddeich Mole. Das steigert sich im Laufe des Tages bis auf 38 Grad. Das Wasser auf der Seeseite der Insel Norderney 24 Grad, hier im Watt eher noch wärmer wecken karibische Gefühle. 
Die Fischkutter sind eingelaufen, Abendstimmung beim Genuss von Kutterschollen
Sonnenuntergang bei Ebbe im Watt
Bei Flut und guten Winden ist alles bunt von den Kites und Segeln der Surfer. Gerade die Kites sausen mit hohen Geschwindigkeiten am Strand entlang und lassen sich manchmal in langen Sprüngen durch die Luft tragen.

Und wieder verabschiedet sich ein wunderbarer Sommertag, auf der Terasse des Haus des Gastes spielt die Musik.
Besuch auf der Norderney, wir umrunden die Insel. Hier sind wir auf der Wattseite mit Blick auf den Leuchtturm.

Die kleinste Waffelstube der Welt südlich zwischen Norddeich und Neßmersiel. Die Waffeln mit Blaubeeren oder anderem Belag, ostfriesischer Tee, einfach köstlich

Bei Ebbe ließ ich mich Tag für Tag im Schlick versinken. Eine heilsame Wohltat für das verletzte Bein. Die Kombination dieser "Kur" mit den Radtouren jeden Tag brachten mich wieder ein Stück weiter.
Clemens beim Sandburg bauen und Schwimmen in den Wellen am Nordstrand der Norderney

In der Robbenaufzucht-Station in Norddeich
Eine kleine Radtour in Norddeich vorbei am Ocean Wave und einem alten Frisia Schiff

Ostfriesenkrimi. Mit dem QR-Code kann man sich von Station zu Station leiten lassen, um die Fortsetzungen zu erfahren und die Umgebung mit dem Fahrrad zu erkunden.

Ich bin nach Dornum geradelt, zum Ritterfest im Schloss. Die Postkutsche fuhr durch den Ort. Der Sommer war nach dem Sturm vom Vortag wieder zurück.



Die kleine Synagoge von Dornum
Zurück nach Norden ging es dann mit der Museumsbahn


Am Tag vorher fuhren Clemens mit Carolin und Doris noch durch die stürmische See von der Norderney nach Norddeich Mole.


In Köln beim Umsteigen in den ICE blieb noch genug Zeit für den Kölner Dom


Samstag, 7. Juli 2018

Bodensee Stein am Rhein am Samstag 7.7.2018

Bodensee Stein am Rhein am Samstag 7.7.2018

Die Tour
Sommer pur hatten wir auch bei unserer Tour. In Stein am Rhein war es so schön in jeder Hinsicht, dass man hätte bleiben können:
Das besondere sind die bemalten Häuser. Sie illustrieren mal die Geschichte das Hauses, stellen Bezüge zur Geschichte von Stein am Rhein her, oder geben Gerichtsurteile am Gerichtsgebäude wieder, im Mittelalter sehr drastisch wie zum Beispiel der Schandpfahl. Jedes Haus ist sehenswert.

 Im Hof des Klosters St. Georg mit seinem Tor direkt zum Rhein


Am Ziel in Konstanz zu Füssen der Imperia. Wobei Ziel das falsche Wort ist, der ganze Weg war ja schliesslich das Ziel. Hier liessen wir im Biergarten am Hafen die Tour ausklingen, ein leckeres Eis zum Abschluss.
Schwimmen waren wir im Seerhein bei Tägerwillen. Dieses freie Strandbad hat alles, man kann auch seine Sachen wegschließen. Dadurch, dass das Bad am Seerhein liegt, hat man das Problem mit dem Seegras nicht. Die Duschen sind allerdings kalt und die Gastronomie ist auf Getränke und Pommes bestimmt. Aber das haben wir ja dann in Konstanz.
Das Schwimmen im klaren Wasser des Seerhein-Strandbad war eine Wohltat. Irgendwann fuhr ein Musikdampfer vorbei, eine Blaskapelle untermalte kräftig das Bad. Eine traumhafte Atmosphäre.


Meine Vortour als sommerlicher Ausblick

Der Sommer wird immer heißer. Obwohl ich schon um 10:50 in Singen war, war es schon sommerlich heiß. In der Fußgängerzone habe ich mir noch schnell ein Vesper gekauft und mal gleich noch ein kühles Mineralwasser.
Jetzt konnte es losgehen, entlang der Radolfzeller Aach radelte ich gen Stein am Rhein. Dort wusste ich, werde ich mir am Ende der Schiffslände auf dem Sträßchen in die Stadt in der Bäckerei aus der Kühltruhe das super leckere selbstgemachte Heidelbeer-Eis holen. Mit dieser Vorfreude und dann den Blick auf den kühl dahinfliessenden Seerhein beginnt die Tour perfekt.
Hier weitere Eckdaten für die Sonnenhitze.
Wenn wir 36 km geradelt sind, erreichen wir das Strandbad Ermatingen. Man könnte jetzt dort verweilen, es ist alles da. Bodensee, Seerhein, Sandstrand, Wiese, Gastronomie, Dusche, abschließbare Boxen, …
Es kostet Eintritt, 5 Franken.

Wenn man sich den Eintritt sparen will, gibt es 7 km weiter beim km-Stand 43 noch das Seerhein-Strandbad vor Tägerwillen. Hier muss man allerdings auf seine Sachen auf der Liegewiese aufpassen, man kann nichts wegschließen. Man kann duschen und einen Kiosk gibt es auch.

Also auf jeden Fall Badehose oder Badeanzug mitnehmen.

Jetzt am Samstag 30.6. waren es auf dem Rad 37,5 Grad. Der Bodensee war mit 20 Grad auf der Tafel angeschrieben. Mit kam er wärmer vor.


Wenn man die Bilder anklickt, kann man sie vergrößern
An der Radolfzeller Aach entlang radelt man, wenn man von Singen Richtung Stein am Rhein unterwegs ist. Unterwegs passiert man einen Skulpturenpark. Wenn man zurückschaut blickt man auf die Vulkankegel des Hohentwiel. 

In Stein am Rhein ist immer viel los. Auf dem Rhein wimmelt es von Schlauchbooten. Sie müssen sich rechts von den Bojen halten, während die Schiffe links ihren Weg haben. Am Ufer fährt auch die Miniaturbahn und lädt am Bahnhof bei der Schiffslände zum mitfahren ein.

Das sehenswerte ist die Altstadt mit den Häusern, auf denen Gemälde die Geschichte und Geschichten erzählen. Am Ausgang auf dem Weg zur Kirche und zur Rheinbrücke steht das prächtige Rathaus.

Nachdem wir den Rhein überquert haben und etwas Höhe erklommen haben, geht es entlang der Bahn über die Felder und Obstplantagen immer am Seerhein entlang Richtung Bodensee. Der Blick ist herrlich und Urlaubsfeeling pur.
Steckborn und all die anderen Orte am Weg sind einfach malerisch. Immer wieder hört man das Tuten der Linienschiffe.

km 36. Die Sonne steht oben am Firmament, 37,5 Grad Celsius. Das Strandbad von Ermatingen. Der Gedanke daran hat die Hitze erträglich gemacht. Jetzt raus aus den Klamotten, die Sachen eingeschlossen und hinein in den erfrischenden See. Gegenüber blickt man auf die Insel Reichenau.
Wenn man den Eintritt von 5 Franken sparen will, muss man noch weitere 7 km bis zum einfachen Seerhein-Strandbad Tägerwillen radeln.

Von Tägerwillen ist es dann nicht mehr weit nach Konstanz. In der Laubengasse, einer Verkehrsachse, steht der Laubenbrunnen, in dem der provokative Bildhauer Peter Lenk genau diesen Wahn um das heilx Blechle und alles was dazugehört, aufs Korn nimmt. Besonders originell ist dabei der Fries oben am Torbogen. Auf der einen Seite entführt der Rittersmann auf seinem prächtig aufgemotztem Ross das Burgfäulein, auf der anderen Seite auf dem PS-starken Motorrad sitzt die Sozia hinter ihrem Biker in der Kluft.
Umstritten ist alles, was Peter Lenk macht. Die Auftraggeber wissen nie, wie das Kunstwerk bei Ablieferung wirklich aussieht, wer alles in dem Kunstwerk erkennbar ist. Oft wird die Einweihung begleitet von Initiativen, das Kunstwerk wieder zu entfernen. So war es auch mit der Imperia auf der Hafenmole, die sich beständig auf ihrem Sockel dreht. Auf den Händen der verführerischen Hübschlerin zwei Gaukler, wie es Peter Lenk sagt, ihrer Kleider entledigt und somit ihrer prachtvollen Entfaltung der Macht. Der eine hat die Kaiserkrone auf dem Kopf, der andere die Mitra des Papstes. Wie gesagt, sie haben sich diese Insignien der Macht angeeignet, es sind nur Gaukler. Das ganze erinnert an das Konzil von 1414-1418.
Und heute ist die Imperia das Wahrzeichen von Konstanz und nicht mehr wegzudenken.
Im Bahnhof habe ich nachgeschaut, ob es eine barrierefreie Möglichkeit gibt, auf Gleis 3 zu kommen, ohne die Fahrräder die lange Treppe aus der Unterführung hochzutragen. Es gibt einen beschrankten Gleisübergang weit hinten am Bahnsteig. Rechtzeitig zu den Zügen wird die Schranke geöffnet. Und als ich das kontrollierte, stand da der direkte IC aus Emden. Bodensee und Nordsee sind direkt miteinander verbunden. Meereslust wird nochmal gesteigert. Und als ich anschließend im Strandpavillon im Hafen den Matjes aß, da toppte die Hausfrau mit ihren Zutaten noch das, was man an der Nordseeküste bekommt. Die Möwen flogen kreischend vorüber, sie sind hier jedoch deutlich kleiner. Wettstreit der Meere. 
Während ich meine Füße am anderen Ufer, da wo der Rhein vorbeifließt, noch in der frischen Strömung baumeln ließ, wäre ich ja am liebsten geblieben. Den nächsten Zug habe ich noch fahren lassen ohne mich. Ich bin lieber noch an der Hafenpromenade vorbei an den Kleinkünstlern hinten zum Eiscafé geradelt. Das Eis gehört auf jeden Fall auch dazu.