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Samstag, 2. November 2019

Weihnachtsfeier 2019 im Schlosscafé FR 06.12.2019 18 Uhr

Weihnachtsfeier 2019 im Schlosscafé 
Freitag 06.12.2019 18 Uhr


Es ist so weit wie jedes Jahr,
schon wieder? Ja, ist es wahr?
Es hat doch vor kurzem erst begonnen,
Sommer war’s noch vor nicht langer Zeit.
Die langen Tage, sie sind schon zerronnen,
so hieß es für mich, sei jetzt bereit!
Auf dem Rad haben wir durchstreift die Natur,
genossen die Sonne und auch Kultur.
Es könnte immer so weiter gehen,
doch Jahreszeiten wechseln, wie wir sehen.
Bereit für Gedanken, der Dezember kommt wie immer
plötzlich, unerwartet und mit leuchtendem Schimmer.
Ich war heute im Schloss, ein Termin wird gesucht,
im Kalender nachgesehen, ein Freitag gebucht.
Dort, wo wir schon in den letzten Jahren
zur Weihnachtszeit zusammen waren.



Und jetzt in Prosa:

Für Freitag 6. Dezember habe ich Schlosscafé um 18 Uhr einen Tisch reserviert.

Für alle, die an meinen Touren, Feierabendtouren, Critical Mass oder sonstwo irgendwann einmal dabei waren. Damit wir uns wieder einmal ganz entspannt treffen und unterhalten können.

Das Schlosscafé schließt normalerweise um 18 Uhr, wenn das Museum seine Pforten schließt kommt kaum Laufkundschaft vorbei. Wir haben also das Schloss für uns. 

Das heißt aber auch, es wäre gut, wenn ich bald wissen könnte, wer alles kommen will. Damit ich auch der Familie Campanella, die das Schlosscafé mit italienischer Küche bewirtet, sagen kann, wieviele ungefähr kommen. 

Außerdem habe ich wieder vor, nach Gengenbach zur Öffnung des Adventskalenders zu fahren.
Nach Andy Warhol folgt der "Kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry für die nächsten 3 Jahre von 2019 - 2021
https://www.gengenbach.info/Entdecken/Der-Gengenbacher-Adventskalender

Begleitend dazu gibt es eine sehr interessante Ausstellung im Museum Haus Löwenberg. Es ist immer wieder spannend, wie Gengenbach an die Kunstwerke für seinen Adventskalender kommt.
https://www.museum-haus-loewenberg.de/vorschau/

Zu einem Termin werde ich später noch schreiben. Ich will es eventuell wieder mit dem Weihnachtsmarkt vom Vogtsbauernhof kombinieren.

Und noch eine Anmerkung: In der Kunsthalle Mannheim ist noch bis zum 19. Januar 2020 die Ausstellung "Inspiration Matisse". Das ist auch eine Gelegenheit, die Kunsthalle nach dem großen Umbau zu erleben.  

Und jetzt zum Programm Gengenbach, Vogtsbauernhof

Außerdem fahre ich wieder nach Gengenbach, dieses Jahr beginnt mit "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry der Zyklus für die nächsten 3 Jahre von 2019 - 2021





Wenn wir schon dort sind, können wir einen Abstecher zum bäuerlichen Weihnachtsmarkt im Vogtsbauernhof in Gutach machen. Mit dem BW-Ticket ist auch dieses Highlight erreichbar. Neben dem Weihnachtsmarkt dort, kann man auch in die Bauernhäuser. Der Vogtsbauernhof ist am Wochenende des 14.12.2019 geöffnet.





Der Zeitplan für den 14.12.2019 Gengenbach / Vogtsbauernhof sieht dann folgendermaßen aus:




Wir treffen uns um 10:45 im HBF Karlsruhe vor der Buchhandlung
Wenn wir um 11:09 Uhr in Karlsruhe starten, sind wir um 12:39 am Vogtsbauernhof. In Hausach steigen wir dabei in die S-Bahn zum direkten Haltepunkt Gutach Freilichtmuseum. 
Um 13 Uhr öffnet der Vogtsbauernhof. Wir haben dann dort etwas mehr als 2 h Zeit, um mit der Bahn 15:19 nach Gengenbach zu fahren. 
In Gengenbach haben wir dann von 16 Uhr - 18 Uhr Zeit für Gengenbach, Weihnachtsmarkt, Museum Haus Löwenberg, bis dann um 18 Uhr der Adventskalender mit einer eindrucksvollen Zeremonie geöffnet wird. Danach bleibt noch etwas Zeit, bis wir um 18:35 zum Bahnhof gehen, wo um 18:53 die Schwarzwaldbahn nach Karlsruhe fährt.

Wir brauchen hierfür keine Fahrräder, vom Bahnhof Gengenbach in die Stadt sind es 10 Minuten zu Fuß. Und das Freilichtmuseum Gutach hat direkten Bahnanschluss.
Für die Museen Löwenberg und den Vogtsbauernhof gilt der Museumspass.

Bitte melden, wer alles Lust auf diesen Ausflug nach Gengenbach, Vogtsbauernhof am 14.12.2019 hat :-)
Und wie gesagt, wer noch zur Weihnachtsfeier am 06.12.2019 will, bitte auch bei mir melden :-)

Dienstag, 29. Oktober 2019

Pamina - Tour für das Jahr 2020 (Vortour)

Pamina - Tour für das Jahr 2020 (Vortour)

Am Sonntag den 27.10.2019 war nochmal schönes warmes Wetter. Ideal, um die Tour wieder einmal zu fahren. Ich habe festgestellt, dass ich keine Bilder von unterwegs habe. Und ich will ja im Blog immer auch schon einen Vorgeschmack geben, einen Eindruck geben, wo wir entlang radeln. Heute hatte ich Zeit, immer mal wieder stehen zu bleiben. Ich machte auch einen Abstecher hinein nach Munchhausen zur Kirche Saint Pantaléon von 1840. Sie ist ein besonderes Schmuckstück. Wenn man vom Rhein aus hochradelt, kommt man auf einen Platz über dem Ort. Im Hintergrund sieht man die Berge des Schwarzwaldes, Rathaus und Schule stehen um den Platz. Und die Kirche ist besonders im Inneren im Italienischen Renaissance gestaltet. Man hat das Gefühl, im Urlaub irgendwo in Südfrankreich zu sein.
Mit der Fähre Baden-Pfalz geht es in Neuburgweier hinüber in die Pfalz bei Neuburg und dann am Rhein entlang Richtung Lauterbourg ins Elsass.

 Weiter geht es durch die Rheinauen Richtung Seltz


 Munchhausen Kirche Saint Pantaléon
 Dort ist auch das Delta der Sauer. Auffallend die vielen Schwäne
 Im Hintergrund der Ort mit der Kirche Saint Pantaléon, vorne die Fischerkähne.
Der Rhein wird von Seltz nach Plittersdorf mit einer Gierfähre überquert. Sie wird allein durch die Strömung des Rheins angetrieben. Sie hängt an einem Seil, die Ruder werden so gestellt, dass die Fähre in beiden Richtungen so im Rhein liegt, daß sie immer ans gegenüberliegende Ufer geschoben wird. Die Fähre selbst ist ein großer Kreisverkehr, typisch Frankreich. Die Stellmotoren werden über Solarenergie angetrieben.
Hier hat man jetzt den Blick vom badischen Ufer in Plittersdorf hinüber nach Seltz. Dort sind ganz rechts die Zelte zu sehen, wo man vor der Fährüberfahrt am Picknickwagen einkehren kann. Merguez gibt es immer. Wenn in der Saison viele Gäste kommen, gibt es auch mal Flammkuchen.

Nach Karlsruhe radeln wir dann über Rastatt, Ötigheim, Durmersheim zurück.
Die Tour ist 70 km lang und durchgehend flach.

Sonntag, 6. Oktober 2019

06.10.2019 Rheinzabern römische Brennöfen, Jockgrim Ziegeleimuseum


06.10.2019 10h Rheinzabern römische Brennöfen, Sigillata, Jockgrim Ziegeleimuseum

Start ist um 10 Uhr am Umweltzentrum in der Kronenstraße 9

Terra-Sigillata-Museum Hauptstraße 35, Rheinzabern. Auf dem Weg nach Jockgrim kommt man an der Faustinastraße vorbei. Dort sind beim Kindergarten in einem Schutzbau 2 römische Brennöfen.

Brennöfen am Kindergarten

in der Faustinastraße

Zwei Brennöfen aus römischer Zeit wurden 1978/79 bei der Erschließung des Neubaugebietes "24 Morgen" freigelegt.

Beide, der Ziegelrechteckofen und der runde Terra Sigillata Ofen, sind in einem relativ guten Zustand erhalten. Der kleine Ziegelbrennofen war bereits 1902 bei Ausgrabungen durch Dr. h.c. Wilhelm Ludowici freigelegt und zur besseren Erhaltung wieder zugedeckt worden.



Beide Brennöfen sind in einem Schutzbau der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht worden.



Aus <https://www.terra-sigillata-museum.de/museum_aussenstellen.htm>

Weiter nach Jockgrim Ziegeleimuseum über Hauptstraße nach Süden, Ausserdorfstraße, Jockgrimer Straße, durch den Wald nach Untere Buchstraße zum Ziegeleimuseum.

Gegenüber dem Ziegeleimuseum kann man einkehren.

Nach Rheinzabern sind es 25 km, Tourlänge gesamt 50 km


Geheimrat Dr. h.c. Wilhelm Ludowici (1855-1929)

Ein humanistisch gebildeter Falzziegelfabrikant, Privatgelehrter und Heimatforscher. Er veranlasste die ersten groß angelegten Grabungen, deren Ergebnisse er in vorbildlicher Weise dokumentierte.

Ludowici errichtete die Ziegeleifabrik in Jockgrim von 1886 - 1972. Dann gingen die Tonvoräte aus. 1972 brannte das letzte Werk 6 ab und beendete die Ziegelproduktion in Jockgrim

Aus <https://www.ziegeleimuseum-jockgrim.de/das-museum/>

Das 1996 eingeweihte Ziegeleimuseum befindet sich im restaurierten Pressehaus der ehemaligen Carl Ludowici Falzziegelei.




Kugelhaus von Ludowici


Johann Wilhem Ludowici verhalf mit seinem Ideenreichtum der Ziegelei zu einem weltweiten Erfolg.
Er entwarf zahlreiche Organisationsformen, auch fernab der Ziegelproduktion. Oftmals waren seine Ideen ihrer Zeit voraus.
Das im Außenbereich des Museums gezeigte Kugelhaus aus den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts sollte durch seine gute Transportmöglichkeit und optimale Raumnutzung seinerzeit eine Alternative zum herkömmlichen Wohnungsbau darstellen, kam aber nie über die Produktion des Prototyps hinaus.
Das vom Museumsverein restaurierte Kugelhaus ist dem Besucher zugänglich und gilt als eines der Highlights der Ausstellung.

Montag, 30. September 2019

13.10.2019 Bienwaldtour: Fähre - Scheibenhardt - Büchelberg - Kandel - Wörth - KA


13.10.2019 10h Bienwald

Start ist um 10 Uhr am Umweltzentrum in der Kronenstraße 9

65 km. KA - Fähre 19 km, Fähre - Berg - Neulauterburg - Scheibenhardt - Büchelberg - Naturfreundehaus Kandel +21 km = 40 km, NFH Kandel - Wörth - KA +25 km = 65 km.

Am Imbisswagen an der Fähre kann man sich mit einem Heringsbrötchen stärken. Im Zollpavillon Neulauterburg, der Museum und Restaurant ist, kann man essen. Ideal ist eine Einkehr aber erst im Naturfreundehaus Kandel.

Sonntag, 22. September 2019

Tour Waghäusel Eremitage 2019

Tour Waghäusel Eremitage 2019

Hier werden die Touren beschrieben, die ich in 2019 durchführe.


Tour Waghäusel Eremitage  47 km, hin- und zurück 84 km

Termin: SO 22.09.2019 um 10 Uhr am ADFC-Büro (Umweltzentrum) Kronenstr. 9. Anmeldung bitte per email, vor allem, wenn die Führung gewünscht wird, dann schon einige Wochen vorher anmelden, damit ich eine Chance habe, einen Termin zu bekommen.

Hin über Rhein 47 km Leopoldshafen - Rußheim - Huttenheim - Philippsburg - Waghäusel Eremitage

Zurück 37 km über Wiesental - Graben-Neudorf.
Man kann auch mit der Bahn zurückfahren, es gilt der KVV-Tarif. Stundentakt.

Hinweis: Falls jemand von Waghäusel mit der Bahn zurückfahren will: Zwischen Waghäusel und Graben-Neudorf ist wegen Baumaßnahmen ein Schienenersatzverkehr (Bus ohne Fahrradmitnahme) eingerichtet. Man muss also nach Graben-Neudorf radeln (12 km), oder mit der Bahn über Mannheim fahren (1:43 Std). Für die 34 km von Waghäusel nach Karlsruhe braucht man mit dem Fahrrad 2:20 Std.

Die Strecke ist eben und geht auf dem Hinweg durch die Rheinauen.

In der Eremitage (barockes Jagd- und Lustschloss von 1724) sind im Küchenbau immer verschiedene Ausstellungen. In der Heckerstube gibt es Kaffee und Kuchen. Wenn wir eine Gruppe ab 10 Personen sind, können wir eine Führung bekommen. Auswahl aus den Themen

a) Entstehungsgeschichte Eremitage Waghäusel,
b) Badische Revolution - Freiheitskämpfe in Waghäusel 1849,
c) Geschichte Südzucker.

Wenn die Führung gewünscht wird, bitte mindesten 2 Wochen vorher melden, besser noch früher, damit ich das organisieren kann. Die Führung kostet 3 EUR (Minimum 30 EUR).

Die Führung dauert 1,5 Stunden und beginnt um 14 Uhr 

Öffnungszeit Eremitage Küchenbau 14-18 h. 


Die Eremitage in Waghäusel ist ein durch Damian Hugo Philipp von Schönborn ab 1724 errichtetes barockes Jagd- und Lustschloss.




Die Eremitage
Im Garten wurde 1999 zum 150-jährigen Gedenken ein Denkmal zur Schlacht von Waghäusel aufgestellt. Diese Schlacht 1849 war der letzte Kampf der Badischen Revolution von 1848/ 1849. Siehe unten die Information
In der Heckerstube habe ich mich mit Walnuß-Strudel, Apfelstrudel und heisser Schokolade mit Sahne gestärkt.

Um die Eremitage stehen die Kavaliershäuser. Dieser Küchenbau beherbergt die Ausstellungen und hier gibt es Kaffee und Kuchen,

Geschichte der Eremitage von Waghäusel:

Den Grundstein zur Eremitage in Waghäusel legte am 26. September 1724 Damian Hugo Philipp von Schönborn, von 1719 - 1743 - Fürstbischof von Speyer. Bereits 1720 hatte er die Residenz von Speyer nach Bruchsal verlegt und dort mit dem Schlossbau begonnen. Damian Hugo überzog das Hochstift Speyer mit einem Alleesystem, das die neue Residenz Bruchsal mit herrschaftlichen Anlagen wie Schloss Kislau in Bad Schönborn, Altenbürg und die Eremitage in Waghäusel verband und den Wald erschloss.

Die Speyerer Fürstbischöfe suchten in ihrer Waghäuseler Eremitage in unmittelbarer Nähe zu Wallfahrtskirche und Kloster sowohl Ruhe für religiöse Übungen wie Entspannung durch die Jagd.

Michael Ludwig Rohrer aus Rastatt, u. a. Hofbaumeister der Markgräfin Sibylla Augusta von Baden-Baden, plante die erste Anlage der Waghäuseler Eremitage, die von 1724-1729 erbaut wurde - ein sechzehneckiger Hauptbau mit acht "Eremitenpavillons". Stilprägend war das Sommerschloss Marly-le-Roi, geschaffen vom französischen König Ludwig XIV - eine aufgelockerte Bauweise in Form eines von Pavillons umgebenen Hauptbaus. Wohl durch den Würzburger Barockbaumeister Balthasar Neumann angeregt, ließ Fürstbischof Damian Hugo von Schönborn schon 1730 anstelle der kleinen sehr einfachen Eremitenhäuschen vier zweistöckige Kavalierpavillons mit quadratischem Grundriss errichten - “Küchenbau", "Garde zu Pferd und Fuß", "Fremdenbau" und "Cavalierbau". Im Jahr 1747 beauftragte Fürstbischof Franz Christoph von Hutten seinen Architekten Balthasar Neumann mit einer Erweiterung des Hauptbaus mit vier Flügeln. Die 4 Kavalierhäuser wurden ebenfalls um den hinteren Teil außerhalb der Ringmauer vergrößert.
Mit dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 wurde das Hochstift Speyer aufgelöst, dessen rechtsrheinischer Teil mit Waghäusel fiel an den badischen Staat. Die Eremitage, für die man danach zunächst keine Verwendung mehr fand, entging der Versteigerung für einen geplanten Abriss nur dank des Einsatzes des Geheimen Finanzrates Bürklin

Im Jahr 1837 kaufte die "Badische Gesellschaft für Zuckerfabrikation" die rund 13 Hektar große Schlossanlage vom badischen Staat. 


Die ersten Produktionsgebäude für die Zuckerherstellung entstanden im ehemaligen Ökonomiehof. Im Lauf der Jahre mussten alle barocken Wirtschaftsgebäude neuen Industriebauten weichen. Die Grundlinien der barocken Anlage und einige Reste der Wegeachsen konnten sich aber überraschend deutlich in der Struktur der Fabrikanlage halten. Zwischen den Fabrikanlagen blieben einzig der Eremitage-Hauptbau, der von der Fabrikverwaltung genutzt wurde, und die Kavalierhäuser, die als Werkswohnungen dienten, erhalten.

Im südwestlichen "Fremdenbau" wohnten zeitweise die Fabrikdirektoren. Er wurde in den 1870er Jahren nochmals verlängert und erhielt eine Veranda in zierlicher Wintergartenarchitektur in Form der Gründerzeit. Das nordwestliche Kavalierhaus wurde 1968 abgerissen, um einem Melassetank Platz zu machen. Die übrigen drei Kavalierhäuser entgingen dem schon geplanten Abriss und wurden von 1988 bis 1992 mit Mitteln der Südzucker AG, der Stadt Waghäusel, der Denkmalstiftung Baden-Württemberg und des Landesdenkmalamtes renoviert.

Der Hauptbau der Eremitage blieb lange im Wesentlichen unverändert. Im Jahr 1860 richtete die Direktion der Zuckerfabrik für die protestantischen Beschäftigten, eine Minderheit in der überwiegend katholischen Gegend, einen Betsaal im Erdgeschoss mit eigenem Zugang und später auch eigener Kirchenglocke ein. Er wurde bis zur Fertigstellung der Waghäuseler Friedenskirche 1967 genutzt.
In den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts beschäftigte die Zuckerfabrik Waghäusel fast 1000 Mitarbeiter und war damit eine der großen Fabrikanlagen des badischen Raums. 

Die bis 1995 bestehende Zuckerfabrik Waghäusel verkaufte 1997 das gesamte Gelände inklusive der Eremitage an die Stadt Waghäusel.



1997 verkaufte die Südzucker AG das Zuckerfabrikgelände einschließlich der Eremitage an die Stadt Waghäusel, die über Jahre mit Zuschüssen des Landes Baden-Württemberg umfangreiche Sanierungsmaßnahmen an der denkmalgeschützten Schlossanlage durchführte. Zunächst wurden am Hauptbau Dächer, Fenster, Sockel, Verputz und Farbgebung erneuert. Im Jahr 2004 erhielt die Rotunde des Hauptbaus einen neuen, dem historischen Vorbild nachempfundenen Dachstuhl aus Stahl und Holz. Die seit dem Umbau in den 1920er Jahren zugeschütteten Teile des Kellers unter dem Eingangsbereich und Reste des von Balthasar Neumann konzipierten Treppenhauses wurden freigelegt. Im Bauschutt fanden sich dort noch Kacheln und Putzreste der Originalausstattung des 18. Jahrhunderts. Man entdeckte und sicherte die Reste des für die Zeit um 1750 überaus fortschrittlichen Kanalsystems. Teile des historischen Achsensystems der Anlage wurden durch Pflanzung von Baumalleen wiederhergestellt. Die Innensanierung des Hauptbaus dauerte von Mitte 2010 bis Ende 2013, dabei wurden historische Befunde freigelegt und konserviert. Seit Januar 2014 wird die Eremitage nach und nach der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.



Badische Revolution 1849: Gefecht bei Waghäusel.


Als die Hegemonialmächte Preußen und Österreich die Verfassung der Paulskirche ablehnten, brach die dritte Revolution, die Badische Revolution aus. Fast die ganze Badische Armee wechselte zu den Aufständischen, außerdem fiel die Festung Rastatt an die Revolutionären, sodass 45.000 Soldaten zur Verfügung stand, sowie Munition und Geschütze, von denen allerdings nur 50 einsatzbereit waren. Da die Offiziere nicht übergelaufen waren, musste deren Aufgabe von Unteroffizieren durchgeführt werden. Diese hatten allerdings nicht die Kenntnisse und Erfahrungen eines Offiziers.


Sie standen den Preußen, Bayern, Hessen mit 70.000 Mann und 126 Geschützen gegenüber, die auf der linken Rheinseite standen. In einem taktischen Überraschungsangriff wechselten die Preußen am 21.06.1849 unter Generalleutnant Moritz von Hirschfeld in Germersheim über den Rhein. Sein Corps näherte sich Bruchsal, als sie bei Waghäusel bei der Zuckerfabrik von der Hauptmacht der badischen Revolutionsarmee unter General Ludwik Mieroslawski  angegriffen wurden. Es gelang den Badenern zunächst auch, die Preußen zurück zu drängen. Aber sie brachen die Verfolgung zu früh ab. Die Preußen holten Nachschub. In Eilmärschen konnte zwar eine Umklammerung verhindert werden. Aber die badische Armee schmolz durch Desertation und Disziplinlosigkeit schnell zusammen, eine Verteidigungslinie an der Murg kam nur lückenhaft zustande. In Einzelgefechten zogen sie sich in die Schweiz zurück. Nur Rastatt konnte sich noch bis zum  23.07.1849 halten, bevor sie sich ergaben. Damit war die badische Revolution endgültig niedergeschlagen.


Unsere Tour:

Das Wetter war nochmal ein herrlicher Sommertag am 22.09.2019 als wir zur Eremitage radelten. Es lief auch für die ohne e-Bike so leicht, als ob wir alle Motoren hätten. So hatten wir noch eine halbe Stunde Zeit, bis Stühle und Tische aufgebaut wurden und wir uns mit Apfelkuchen mit Sahne, Käsekuchen oder Tiroler Nusstorte stärken konnten. Alles selber gebacken. Oder mit einem Vesperteller oder Käseplatte. 
Zeit, in der ich alles zur Eremitage, zur Badischen Revolution, zur Zuckerfabrik erzählen konnte.


Wir sind zeitig da, noch ist der Küchenbau nicht geöffnet. Also erzähle ich erst mal zur Geschichte der Eremitage, zum Gefecht von Waghäusel am Ende der Badischen Revolution.
 Nach der Kultur Entspannung bei Kuchen und Vesperplatte

Dienstag, 20. August 2019

Ausflug nach Norddeich Mole (Ostfriesland) Anfang August 2019

Ausflug nach Norddeich Mole (Ostfriesland) Anfang August 2019

Ich brauche mal wieder Abstand vom Alltag. Vor vielen Jahren habe ich die Nordsee wiederentdeckt und festgestellt, dass das Wetter gar nicht so schlecht ist, wie ich es als Kind bei einem Erholungsaufenthalt in Erinnerung hatte. Aber da hatte ich auch kein Fahrrad dabei.
Inzwischen habe ich mich schon lange an die Nordseeküste verliebt, in den letzten Jahren habe ich Touren an der ganzen deutschen Nordseeküste von Emden in Ostfriesland mit zwei der Inseln,Norderney und Baltrum, das wir mit einer Wattwanderung erwanderten, über Friesland, Cuxland mit Wilhelmshaven, Bremerhaven, Cuxhaven bis nach Nordfriesland von Hamburg über Glückstadt, Husum, Büsum, Dagebüll mit den Inseln Föhr und Sylt geleitet.

Der Klimawandel, die Zukunft unseres Klimas ist natürlich auch hier ein Thema.
In Norddeich Mole kommt der Zug an. Östlich davon ist der Fähranleger für die Fähren nach Norderney, westlich davon fährt die Fähre nach Juist. Dort fallen einem die Kofferwagen, die wie Würfel auf Rädern aussehen, auf, die aneinadergehängt sind und wo das Gepäck der Reisenden gesammelt wird. 
Als ich diesmal ankam, stand am Bahnsteig vor dem Fährterminal gleich ein spezielles Lastenrad mit diesem typischen Kofferaufbau, mit denen die Reisenden ihr Gepäck zur Unterkunft transportieren können.


Gewissermaßen der große Bruder von riese & müller neben meinem kleineren birdy, wohin mein Gepäck in 2 Packtaschen passt.  Dafür brauche ich natürlich keinen e-Antrieb.

Aber dass man gleich mit e-mobilität empfangen wird und auch mit der Anregung, in Zukunft ohne Auto anzureisen, gibt einem das Gefühl von Vertrautheit, was das stark gewandelte Klimabewusstsein betrifft. Schließlich laufen hier in Karlsruhe im Quartier Zukunft Projekte, wie ein klimaschonendes Leben umgesetzt werden kann.

Und am Strand von Norddeich und später auch auf Norderney kann man beobachten, dass mit neuen Maßnahmen zum Küstenschutz die Küste ertüchtigt wird, den Folgen des Klimawandels zu begegnen. Der Wasserspiegel steigt und Sturmfluten werden heftiger und wahrscheinlich auch häufiger. 

Die langen Autoschlangen am Fähranleger und die vielen Autos in den Garagen und Parkflächen der FRISIA zeigen, wieviel Potential noch in klimafreundlicher Mobilität möglich ist. Mit der Bahn kommt man aus Süddeutschland entspannt in den Norden. Und wenn man nach Sparpreisen schaut, habe ich es diesmal für 14 EUR mit Bahncard 25 pro Strecke von Karlsruhe nach Norddeich Mole geschafft.

Die Energiebilanz

Man kann an die Nordsee mit dem Zug fahren, von Karlsruhe aus steigt man normalerweise einmal um. An manchen Tagen gibt es sogar eine Direktverbindung mit dem IC.
Die meisten nehmen für diese Reise das Auto.
Stressfreier und sicherer ist der Zug. Die Energiebilanz spricht natürlich für die Bahn.

Die Energiebilanz, die man sich bei der Buchung über bahn.de anzeigen lassen kann, zeigt,
dass man mit 0,11 kg CO2 mit der Bahn gegenüber 96 kg CO2 beim Auto bedenkenlos an die Küste reisen kann.
Im Ressourcenverbrauch wird mit der Bahn nicht mal ein hundertstel verbraucht. Dabei lässt sich die Bilanz bei der Bahn noch variieren, je nachdem, wieviel regenerativer Strom gerade im Norden mit den unzähligen Windrädern eingespeist wird.
Feinstaub fällt bei der Bahn nicht mal ein zehntel gegenüber dem Auto an, wenn man die ganze Produktionskette mit einbezieht. Direkt am Zug fällt so gut wie kein Feinstaub an.
Mit E-Loks fallen am Zug keine Stickoxide an, mit dem Auto sind sie erheblich.

Hier der Rechner der Deutschen Bahn:




Am Molenkopf, die Ebbe hat begonnen, die Lufttemperatur ist am Nachmittag des 1. August 27 Grad, für die Nordsee schon sehr warm. 
Gerade läuft ein Katamaran der Offshore-Wartung ein.
Als ich dann später die Küste direkt am Meer entlang geradelt bin, bewirkte das zusammen mit einer leichten Brise, dass man intensiv diese salzhaltige Luft inhaliert hat. Wie in einer Kur, schließlich ist ja Norddeich ein Luftkurort. Norderney wurde 1797 das erste deutsche Seebad an der Nordsee.


Die Küstenschutzmaßnahmen sind angelaufen. Der Strandbereich wird stärker befestigt und von 1,80 m auf 3 m aufgeschüttet. Der Klimawandel macht das jetzt dringend nötig.
Ostfriesland liegt unter dem Meeresspiegel beim Wasserstand Flut. Entwässert wird es bei Ebbe über Sieltore, historisch sind Sielhäfen wie Greetsiel, Neßmersiel, Dornumersiel, Bensersiel, Carolinensiel, … . Wenn bei Ebbe sich das Wasser zurückgezogen hat, drückt das Wasser aus den Tiefs die Tore auf, das zurückgehaltene Wasser spült dabei auch die Fischerhäfen frei, damit sie nicht durch Schlick verlanden. Wenn die Flut zurückkommt, drückt das Wasser die Sieltore wieder zu. Um die großen Wassermassen ins Meer leiten zu können,  sind auch große Sielwerke, wie das Sielwerk Knock, wo der Abfluß in die Ems mit Pumpen unterstützt werden kann, in Betrieb. Das Werk Knock nördlich von Emden zählt zu den größten Europas.
Wenn im Zuge des Klimawandels der Meeresspiegel steigt, ist das ganze Naturerbe Wattenmeer gefährdet. Das Land kann man durch weiteres Erhöhen der Deiche schützen, sie sind jetzt für eine Maximalhöhe bei Sturmflut bis 8,60 m ausgelegt. Strandbereiche wie in Norddeich werden von 1,80 m auf 3 m aufgeschüttet und neu befestigt. Die Herausforderungen sind hoch. Kritisch für das Watt ist allerdings, wenn das Watt auch bei Ebbe überflutet wäre. Das Leben im Watt braucht diesen Rhythmus von Flut und Ebbe, wo das Watt für Stunden trocken ist.


Kuttercorso. Diese Kutter fischen im Wattenmeer. Man kann mit ihnen auch mitfahren. Ab und an präsentieren sie ich bei Festen wie dem Kuttercorso.


Wikingerfest. Ein beeindruckender Sonnenuntergang. Die Sonne stand gleich zweimal am Horizont, einmal über dem Meer und als Spiegelung im Meer.
Mit diesem Fest wird der Überfall der Wikinger gefeiert, den die Friesen abwehrten. Sagen und Tatsachen mischen sich.

Wenn man von Norddeich Richtung Neßmersiel radelt, muss man in Sichtweite des Roten Pfahls, danach beginnt eine Ruhezone des Nationalparks, den man nicht betreten darf, an dem Übergang die Deichseite wechseln. Wenn man mit dem Fahrrad auf der Deichkrone steht, blickt man über das Land. Etwa 2 - 3 km südlich sieht man das Gebäude des ehemaligen Norddeich Radio, in dem seit 2004 das Waloseum ist. Dort um die Ecke an der Straße nach Norddeich ist auch das Auto- und Spielzeugmuseum.
Auf dem Weg nach Dornumersiel über Neßmersiel. Wenn man am Meer entlangradelt, hat man den Blick auf die ganze Länge der Norderney. Von der Stadt, dem Wasserturm, dem Leuchtturm und dem anschließenden Naturschutzgebiet, wo sich die Robben sonnen und das Wrack liegt. Auf der Insel kann man diese Hälfte nur zu Fuß erkunden. Anschließend kommt die Insel Baltrum, sie liegt 5 km vor der Küste bei Neßmersiel und kann von dort mit Wattwanderungen erreicht werden. Das ist jedes mal beeindruckend. Diesmal legte ich ein kleines Picknick mit Emder Matjes und Reibekuchen ein, bevor es weiter nach Dornumersiel ging.
Von dort bin ich dann nach Dornum geradelt. Auf der Schlosswiese fand ein Mittelalterfest statt. Der Sommer ist die Zeit für solche Feste. Dort hörte ich auch Harfenklänge. Am Rande sah ich den Harfenspieler, ich habe ihn schon in Norddeich vermisst. Von dort ist er offensichtlich vertrieben worden. 
Die historische Ostfriesische Küstenbahn hat für uns Karlsruher einen Gruß mit diesem Gepäckwagen für die Getränke und Verpflegung.
Mit der Küstenbahn bin ich dann nach Norden zurückgefahren. Jedesmal auch ein schönes Erlebnis. Da heute starker Wind von Westen vorherrschte, hat mir diese Küstenbahn das Ankämpfen gehen den Wind erspart. Beim Hinweg per Rad habe ich den Rückenwind genossen. Wie immer an der Nordsee sollte man die Windrichtung im Auge behalten, um seine Kräfte optimal einzusetzen. Dann kommt man, wie ich es getan habe, auch gut ohne Elektroantrieb vorwärts. Inzwischen sind die, die mit eigener Muskelkraft sich vorwärts bewegen, schon in der Minderheit.

Etwas zum Staunen, Exponate im Auto- und Spielzeugmuseum in Norden.
Wenn man von Norddeich Richtung Neßmersiel radelt, muss man in Sichtweite des Roten Pfahls, danach beginnt eine Ruhezone des Nationalparks, den man nicht betreten darf, an dem Übergang die Deichseite wechseln. Wenn man mit dem Fahrrad auf der Deichkrone steht, blickt man über das Land. Etwa 2 - 3 km südlich sieht man das Gebäude des ehemaligen Norddeich Radio, in dem seit 2004 das Waloseum ist. Dort um die Ecke an der Straße nach Norddeich ist auch das Auto- und Spielzeugmuseum.
http://www.automuseum-nordsee.de/automuseum.html

Von überall wurde zusammengetragen, was es an berühmten oder besonderen Autos gibt, Spielzeug, maritimes wie die Buddelschiffe, wo man trefflich rätseln kann, wie die Schiffe in die Flasche kommen. Auch geschichtliches aus der DDR oder von Doornkaat, das in Norden beheimatet ist.
Was mir aber am meisten haften geblieben ist, ist ein Mercedes mit Einschusslöchern. Im Begleittext ist beschrieben, dass dies ein Begleitfahrzeug bei der Entführung von Hans-Martin-Schleyer war. Beschrieben war der Deutsche Herbst 1977, die mit der Ermordung von Generalbundesanwalt Buback in Karlsruhe begann, und mit der Befreiung der Landshut in Mogadischu endete. 

Diesen Mercedes, der Teil dieses Kapitels deutscher Geschichte ist, hätte ich nicht in einem kleinen Museum in einem kleinen abgelegenen Ort in Ostfriesland erwartet, sondern eher in einem Museum der deutschen Geschichte in Berlin. Hier steht er zwischen Exponaten, die eine unbeschwerte Geschichte haben.