Sonntag, 22. September 2019

Tour Waghäusel Eremitage 2019

Tour Waghäusel Eremitage 2019

Hier werden die Touren beschrieben, die ich in 2019 durchführe.


Tour Waghäusel Eremitage  47 km, hin- und zurück 84 km

Termin: SO 22.09.2019 um 10 Uhr am ADFC-Büro (Umweltzentrum) Kronenstr. 9. Anmeldung bitte per email, vor allem, wenn die Führung gewünscht wird, dann schon einige Wochen vorher anmelden, damit ich eine Chance habe, einen Termin zu bekommen.

Hin über Rhein 47 km Leopoldshafen - Rußheim - Huttenheim - Philippsburg - Waghäusel Eremitage

Zurück 37 km über Wiesental - Graben-Neudorf.
Man kann auch mit der Bahn zurückfahren, es gilt der KVV-Tarif. Stundentakt.

Hinweis: Falls jemand von Waghäusel mit der Bahn zurückfahren will: Zwischen Waghäusel und Graben-Neudorf ist wegen Baumaßnahmen ein Schienenersatzverkehr (Bus ohne Fahrradmitnahme) eingerichtet. Man muss also nach Graben-Neudorf radeln (12 km), oder mit der Bahn über Mannheim fahren (1:43 Std). Für die 34 km von Waghäusel nach Karlsruhe braucht man mit dem Fahrrad 2:20 Std.

Die Strecke ist eben und geht auf dem Hinweg durch die Rheinauen.

In der Eremitage (barockes Jagd- und Lustschloss von 1724) sind im Küchenbau immer verschiedene Ausstellungen. In der Heckerstube gibt es Kaffee und Kuchen. Wenn wir eine Gruppe ab 10 Personen sind, können wir eine Führung bekommen. Auswahl aus den Themen

a) Entstehungsgeschichte Eremitage Waghäusel,
b) Badische Revolution - Freiheitskämpfe in Waghäusel 1849,
c) Geschichte Südzucker.

Wenn die Führung gewünscht wird, bitte mindesten 2 Wochen vorher melden, besser noch früher, damit ich das organisieren kann. Die Führung kostet 3 EUR (Minimum 30 EUR).

Die Führung dauert 1,5 Stunden und beginnt um 14 Uhr 

Öffnungszeit Eremitage Küchenbau 14-18 h. 


Die Eremitage in Waghäusel ist ein durch Damian Hugo Philipp von Schönborn ab 1724 errichtetes barockes Jagd- und Lustschloss.




Die Eremitage
Im Garten wurde 1999 zum 150-jährigen Gedenken ein Denkmal zur Schlacht von Waghäusel aufgestellt. Diese Schlacht 1849 war der letzte Kampf der Badischen Revolution von 1848/ 1849. Siehe unten die Information
In der Heckerstube habe ich mich mit Walnuß-Strudel, Apfelstrudel und heisser Schokolade mit Sahne gestärkt.

Um die Eremitage stehen die Kavaliershäuser. Dieser Küchenbau beherbergt die Ausstellungen und hier gibt es Kaffee und Kuchen,

Geschichte der Eremitage von Waghäusel:

Den Grundstein zur Eremitage in Waghäusel legte am 26. September 1724 Damian Hugo Philipp von Schönborn, von 1719 - 1743 - Fürstbischof von Speyer. Bereits 1720 hatte er die Residenz von Speyer nach Bruchsal verlegt und dort mit dem Schlossbau begonnen. Damian Hugo überzog das Hochstift Speyer mit einem Alleesystem, das die neue Residenz Bruchsal mit herrschaftlichen Anlagen wie Schloss Kislau in Bad Schönborn, Altenbürg und die Eremitage in Waghäusel verband und den Wald erschloss.

Die Speyerer Fürstbischöfe suchten in ihrer Waghäuseler Eremitage in unmittelbarer Nähe zu Wallfahrtskirche und Kloster sowohl Ruhe für religiöse Übungen wie Entspannung durch die Jagd.

Michael Ludwig Rohrer aus Rastatt, u. a. Hofbaumeister der Markgräfin Sibylla Augusta von Baden-Baden, plante die erste Anlage der Waghäuseler Eremitage, die von 1724-1729 erbaut wurde - ein sechzehneckiger Hauptbau mit acht "Eremitenpavillons". Stilprägend war das Sommerschloss Marly-le-Roi, geschaffen vom französischen König Ludwig XIV - eine aufgelockerte Bauweise in Form eines von Pavillons umgebenen Hauptbaus. Wohl durch den Würzburger Barockbaumeister Balthasar Neumann angeregt, ließ Fürstbischof Damian Hugo von Schönborn schon 1730 anstelle der kleinen sehr einfachen Eremitenhäuschen vier zweistöckige Kavalierpavillons mit quadratischem Grundriss errichten - “Küchenbau", "Garde zu Pferd und Fuß", "Fremdenbau" und "Cavalierbau". Im Jahr 1747 beauftragte Fürstbischof Franz Christoph von Hutten seinen Architekten Balthasar Neumann mit einer Erweiterung des Hauptbaus mit vier Flügeln. Die 4 Kavalierhäuser wurden ebenfalls um den hinteren Teil außerhalb der Ringmauer vergrößert.
Mit dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 wurde das Hochstift Speyer aufgelöst, dessen rechtsrheinischer Teil mit Waghäusel fiel an den badischen Staat. Die Eremitage, für die man danach zunächst keine Verwendung mehr fand, entging der Versteigerung für einen geplanten Abriss nur dank des Einsatzes des Geheimen Finanzrates Bürklin

Im Jahr 1837 kaufte die "Badische Gesellschaft für Zuckerfabrikation" die rund 13 Hektar große Schlossanlage vom badischen Staat. 


Die ersten Produktionsgebäude für die Zuckerherstellung entstanden im ehemaligen Ökonomiehof. Im Lauf der Jahre mussten alle barocken Wirtschaftsgebäude neuen Industriebauten weichen. Die Grundlinien der barocken Anlage und einige Reste der Wegeachsen konnten sich aber überraschend deutlich in der Struktur der Fabrikanlage halten. Zwischen den Fabrikanlagen blieben einzig der Eremitage-Hauptbau, der von der Fabrikverwaltung genutzt wurde, und die Kavalierhäuser, die als Werkswohnungen dienten, erhalten.

Im südwestlichen "Fremdenbau" wohnten zeitweise die Fabrikdirektoren. Er wurde in den 1870er Jahren nochmals verlängert und erhielt eine Veranda in zierlicher Wintergartenarchitektur in Form der Gründerzeit. Das nordwestliche Kavalierhaus wurde 1968 abgerissen, um einem Melassetank Platz zu machen. Die übrigen drei Kavalierhäuser entgingen dem schon geplanten Abriss und wurden von 1988 bis 1992 mit Mitteln der Südzucker AG, der Stadt Waghäusel, der Denkmalstiftung Baden-Württemberg und des Landesdenkmalamtes renoviert.

Der Hauptbau der Eremitage blieb lange im Wesentlichen unverändert. Im Jahr 1860 richtete die Direktion der Zuckerfabrik für die protestantischen Beschäftigten, eine Minderheit in der überwiegend katholischen Gegend, einen Betsaal im Erdgeschoss mit eigenem Zugang und später auch eigener Kirchenglocke ein. Er wurde bis zur Fertigstellung der Waghäuseler Friedenskirche 1967 genutzt.
In den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts beschäftigte die Zuckerfabrik Waghäusel fast 1000 Mitarbeiter und war damit eine der großen Fabrikanlagen des badischen Raums. 

Die bis 1995 bestehende Zuckerfabrik Waghäusel verkaufte 1997 das gesamte Gelände inklusive der Eremitage an die Stadt Waghäusel.



1997 verkaufte die Südzucker AG das Zuckerfabrikgelände einschließlich der Eremitage an die Stadt Waghäusel, die über Jahre mit Zuschüssen des Landes Baden-Württemberg umfangreiche Sanierungsmaßnahmen an der denkmalgeschützten Schlossanlage durchführte. Zunächst wurden am Hauptbau Dächer, Fenster, Sockel, Verputz und Farbgebung erneuert. Im Jahr 2004 erhielt die Rotunde des Hauptbaus einen neuen, dem historischen Vorbild nachempfundenen Dachstuhl aus Stahl und Holz. Die seit dem Umbau in den 1920er Jahren zugeschütteten Teile des Kellers unter dem Eingangsbereich und Reste des von Balthasar Neumann konzipierten Treppenhauses wurden freigelegt. Im Bauschutt fanden sich dort noch Kacheln und Putzreste der Originalausstattung des 18. Jahrhunderts. Man entdeckte und sicherte die Reste des für die Zeit um 1750 überaus fortschrittlichen Kanalsystems. Teile des historischen Achsensystems der Anlage wurden durch Pflanzung von Baumalleen wiederhergestellt. Die Innensanierung des Hauptbaus dauerte von Mitte 2010 bis Ende 2013, dabei wurden historische Befunde freigelegt und konserviert. Seit Januar 2014 wird die Eremitage nach und nach der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.



Badische Revolution 1849: Gefecht bei Waghäusel.


Als die Hegemonialmächte Preußen und Österreich die Verfassung der Paulskirche ablehnten, brach die dritte Revolution, die Badische Revolution aus. Fast die ganze Badische Armee wechselte zu den Aufständischen, außerdem fiel die Festung Rastatt an die Revolutionären, sodass 45.000 Soldaten zur Verfügung stand, sowie Munition und Geschütze, von denen allerdings nur 50 einsatzbereit waren. Da die Offiziere nicht übergelaufen waren, musste deren Aufgabe von Unteroffizieren durchgeführt werden. Diese hatten allerdings nicht die Kenntnisse und Erfahrungen eines Offiziers.


Sie standen den Preußen, Bayern, Hessen mit 70.000 Mann und 126 Geschützen gegenüber, die auf der linken Rheinseite standen. In einem taktischen Überraschungsangriff wechselten die Preußen am 21.06.1849 unter Generalleutnant Moritz von Hirschfeld in Germersheim über den Rhein. Sein Corps näherte sich Bruchsal, als sie bei Waghäusel bei der Zuckerfabrik von der Hauptmacht der badischen Revolutionsarmee unter General Ludwik Mieroslawski  angegriffen wurden. Es gelang den Badenern zunächst auch, die Preußen zurück zu drängen. Aber sie brachen die Verfolgung zu früh ab. Die Preußen holten Nachschub. In Eilmärschen konnte zwar eine Umklammerung verhindert werden. Aber die badische Armee schmolz durch Desertation und Disziplinlosigkeit schnell zusammen, eine Verteidigungslinie an der Murg kam nur lückenhaft zustande. In Einzelgefechten zogen sie sich in die Schweiz zurück. Nur Rastatt konnte sich noch bis zum  23.07.1849 halten, bevor sie sich ergaben. Damit war die badische Revolution endgültig niedergeschlagen.


Unsere Tour:

Das Wetter war nochmal ein herrlicher Sommertag am 22.09.2019 als wir zur Eremitage radelten. Es lief auch für die ohne e-Bike so leicht, als ob wir alle Motoren hätten. So hatten wir noch eine halbe Stunde Zeit, bis Stühle und Tische aufgebaut wurden und wir uns mit Apfelkuchen mit Sahne, Käsekuchen oder Tiroler Nusstorte stärken konnten. Alles selber gebacken. Oder mit einem Vesperteller oder Käseplatte. 
Zeit, in der ich alles zur Eremitage, zur Badischen Revolution, zur Zuckerfabrik erzählen konnte.


Wir sind zeitig da, noch ist der Küchenbau nicht geöffnet. Also erzähle ich erst mal zur Geschichte der Eremitage, zum Gefecht von Waghäusel am Ende der Badischen Revolution.
 Nach der Kultur Entspannung bei Kuchen und Vesperplatte

Dienstag, 20. August 2019

Ausflug nach Norddeich Mole (Ostfriesland) Anfang August 2019

Ausflug nach Norddeich Mole (Ostfriesland) Anfang August 2019

Ich brauche mal wieder Abstand vom Alltag. Vor vielen Jahren habe ich die Nordsee wiederentdeckt und festgestellt, dass das Wetter gar nicht so schlecht ist, wie ich es als Kind bei einem Erholungsaufenthalt in Erinnerung hatte. Aber da hatte ich auch kein Fahrrad dabei.
Inzwischen habe ich mich schon lange an die Nordseeküste verliebt, in den letzten Jahren habe ich Touren an der ganzen deutschen Nordseeküste von Emden in Ostfriesland mit zwei der Inseln,Norderney und Baltrum, das wir mit einer Wattwanderung erwanderten, über Friesland, Cuxland mit Wilhelmshaven, Bremerhaven, Cuxhaven bis nach Nordfriesland von Hamburg über Glückstadt, Husum, Büsum, Dagebüll mit den Inseln Föhr und Sylt geleitet.

Der Klimawandel, die Zukunft unseres Klimas ist natürlich auch hier ein Thema.
In Norddeich Mole kommt der Zug an. Östlich davon ist der Fähranleger für die Fähren nach Norderney, westlich davon fährt die Fähre nach Juist. Dort fallen einem die Kofferwagen, die wie Würfel auf Rädern aussehen, auf, die aneinadergehängt sind und wo das Gepäck der Reisenden gesammelt wird. 
Als ich diesmal ankam, stand am Bahnsteig vor dem Fährterminal gleich ein spezielles Lastenrad mit diesem typischen Kofferaufbau, mit denen die Reisenden ihr Gepäck zur Unterkunft transportieren können.


Gewissermaßen der große Bruder von riese & müller neben meinem kleineren birdy, wohin mein Gepäck in 2 Packtaschen passt.  Dafür brauche ich natürlich keinen e-Antrieb.

Aber dass man gleich mit e-mobilität empfangen wird und auch mit der Anregung, in Zukunft ohne Auto anzureisen, gibt einem das Gefühl von Vertrautheit, was das stark gewandelte Klimabewusstsein betrifft. Schließlich laufen hier in Karlsruhe im Quartier Zukunft Projekte, wie ein klimaschonendes Leben umgesetzt werden kann.

Und am Strand von Norddeich und später auch auf Norderney kann man beobachten, dass mit neuen Maßnahmen zum Küstenschutz die Küste ertüchtigt wird, den Folgen des Klimawandels zu begegnen. Der Wasserspiegel steigt und Sturmfluten werden heftiger und wahrscheinlich auch häufiger. 

Die langen Autoschlangen am Fähranleger und die vielen Autos in den Garagen und Parkflächen der FRISIA zeigen, wieviel Potential noch in klimafreundlicher Mobilität möglich ist. Mit der Bahn kommt man aus Süddeutschland entspannt in den Norden. Und wenn man nach Sparpreisen schaut, habe ich es diesmal für 14 EUR mit Bahncard 25 pro Strecke von Karlsruhe nach Norddeich Mole geschafft.

Die Energiebilanz

Man kann an die Nordsee mit dem Zug fahren, von Karlsruhe aus steigt man normalerweise einmal um. An manchen Tagen gibt es sogar eine Direktverbindung mit dem IC.
Die meisten nehmen für diese Reise das Auto.
Stressfreier und sicherer ist der Zug. Die Energiebilanz spricht natürlich für die Bahn.

Die Energiebilanz, die man sich bei der Buchung über bahn.de anzeigen lassen kann, zeigt,
dass man mit 0,11 kg CO2 mit der Bahn gegenüber 96 kg CO2 beim Auto bedenkenlos an die Küste reisen kann.
Im Ressourcenverbrauch wird mit der Bahn nicht mal ein hundertstel verbraucht. Dabei lässt sich die Bilanz bei der Bahn noch variieren, je nachdem, wieviel regenerativer Strom gerade im Norden mit den unzähligen Windrädern eingespeist wird.
Feinstaub fällt bei der Bahn nicht mal ein zehntel gegenüber dem Auto an, wenn man die ganze Produktionskette mit einbezieht. Direkt am Zug fällt so gut wie kein Feinstaub an.
Mit E-Loks fallen am Zug keine Stickoxide an, mit dem Auto sind sie erheblich.

Hier der Rechner der Deutschen Bahn:




Am Molenkopf, die Ebbe hat begonnen, die Lufttemperatur ist am Nachmittag des 1. August 27 Grad, für die Nordsee schon sehr warm. 
Gerade läuft ein Katamaran der Offshore-Wartung ein.
Als ich dann später die Küste direkt am Meer entlang geradelt bin, bewirkte das zusammen mit einer leichten Brise, dass man intensiv diese salzhaltige Luft inhaliert hat. Wie in einer Kur, schließlich ist ja Norddeich ein Luftkurort. Norderney wurde 1797 das erste deutsche Seebad an der Nordsee.


Die Küstenschutzmaßnahmen sind angelaufen. Der Strandbereich wird stärker befestigt und von 1,80 m auf 3 m aufgeschüttet. Der Klimawandel macht das jetzt dringend nötig.
Ostfriesland liegt unter dem Meeresspiegel beim Wasserstand Flut. Entwässert wird es bei Ebbe über Sieltore, historisch sind Sielhäfen wie Greetsiel, Neßmersiel, Dornumersiel, Bensersiel, Carolinensiel, … . Wenn bei Ebbe sich das Wasser zurückgezogen hat, drückt das Wasser aus den Tiefs die Tore auf, das zurückgehaltene Wasser spült dabei auch die Fischerhäfen frei, damit sie nicht durch Schlick verlanden. Wenn die Flut zurückkommt, drückt das Wasser die Sieltore wieder zu. Um die großen Wassermassen ins Meer leiten zu können,  sind auch große Sielwerke, wie das Sielwerk Knock, wo der Abfluß in die Ems mit Pumpen unterstützt werden kann, in Betrieb. Das Werk Knock nördlich von Emden zählt zu den größten Europas.
Wenn im Zuge des Klimawandels der Meeresspiegel steigt, ist das ganze Naturerbe Wattenmeer gefährdet. Das Land kann man durch weiteres Erhöhen der Deiche schützen, sie sind jetzt für eine Maximalhöhe bei Sturmflut bis 8,60 m ausgelegt. Strandbereiche wie in Norddeich werden von 1,80 m auf 3 m aufgeschüttet und neu befestigt. Die Herausforderungen sind hoch. Kritisch für das Watt ist allerdings, wenn das Watt auch bei Ebbe überflutet wäre. Das Leben im Watt braucht diesen Rhythmus von Flut und Ebbe, wo das Watt für Stunden trocken ist.


Kuttercorso. Diese Kutter fischen im Wattenmeer. Man kann mit ihnen auch mitfahren. Ab und an präsentieren sie ich bei Festen wie dem Kuttercorso.


Wikingerfest. Ein beeindruckender Sonnenuntergang. Die Sonne stand gleich zweimal am Horizont, einmal über dem Meer und als Spiegelung im Meer.
Mit diesem Fest wird der Überfall der Wikinger gefeiert, den die Friesen abwehrten. Sagen und Tatsachen mischen sich.

Wenn man von Norddeich Richtung Neßmersiel radelt, muss man in Sichtweite des Roten Pfahls, danach beginnt eine Ruhezone des Nationalparks, den man nicht betreten darf, an dem Übergang die Deichseite wechseln. Wenn man mit dem Fahrrad auf der Deichkrone steht, blickt man über das Land. Etwa 2 - 3 km südlich sieht man das Gebäude des ehemaligen Norddeich Radio, in dem seit 2004 das Waloseum ist. Dort um die Ecke an der Straße nach Norddeich ist auch das Auto- und Spielzeugmuseum.
Auf dem Weg nach Dornumersiel über Neßmersiel. Wenn man am Meer entlangradelt, hat man den Blick auf die ganze Länge der Norderney. Von der Stadt, dem Wasserturm, dem Leuchtturm und dem anschließenden Naturschutzgebiet, wo sich die Robben sonnen und das Wrack liegt. Auf der Insel kann man diese Hälfte nur zu Fuß erkunden. Anschließend kommt die Insel Baltrum, sie liegt 5 km vor der Küste bei Neßmersiel und kann von dort mit Wattwanderungen erreicht werden. Das ist jedes mal beeindruckend. Diesmal legte ich ein kleines Picknick mit Emder Matjes und Reibekuchen ein, bevor es weiter nach Dornumersiel ging.
Von dort bin ich dann nach Dornum geradelt. Auf der Schlosswiese fand ein Mittelalterfest statt. Der Sommer ist die Zeit für solche Feste. Dort hörte ich auch Harfenklänge. Am Rande sah ich den Harfenspieler, ich habe ihn schon in Norddeich vermisst. Von dort ist er offensichtlich vertrieben worden. 
Die historische Ostfriesische Küstenbahn hat für uns Karlsruher einen Gruß mit diesem Gepäckwagen für die Getränke und Verpflegung.
Mit der Küstenbahn bin ich dann nach Norden zurückgefahren. Jedesmal auch ein schönes Erlebnis. Da heute starker Wind von Westen vorherrschte, hat mir diese Küstenbahn das Ankämpfen gehen den Wind erspart. Beim Hinweg per Rad habe ich den Rückenwind genossen. Wie immer an der Nordsee sollte man die Windrichtung im Auge behalten, um seine Kräfte optimal einzusetzen. Dann kommt man, wie ich es getan habe, auch gut ohne Elektroantrieb vorwärts. Inzwischen sind die, die mit eigener Muskelkraft sich vorwärts bewegen, schon in der Minderheit.

Etwas zum Staunen, Exponate im Auto- und Spielzeugmuseum in Norden.
Wenn man von Norddeich Richtung Neßmersiel radelt, muss man in Sichtweite des Roten Pfahls, danach beginnt eine Ruhezone des Nationalparks, den man nicht betreten darf, an dem Übergang die Deichseite wechseln. Wenn man mit dem Fahrrad auf der Deichkrone steht, blickt man über das Land. Etwa 2 - 3 km südlich sieht man das Gebäude des ehemaligen Norddeich Radio, in dem seit 2004 das Waloseum ist. Dort um die Ecke an der Straße nach Norddeich ist auch das Auto- und Spielzeugmuseum.
http://www.automuseum-nordsee.de/automuseum.html

Von überall wurde zusammengetragen, was es an berühmten oder besonderen Autos gibt, Spielzeug, maritimes wie die Buddelschiffe, wo man trefflich rätseln kann, wie die Schiffe in die Flasche kommen. Auch geschichtliches aus der DDR oder von Doornkaat, das in Norden beheimatet ist.
Was mir aber am meisten haften geblieben ist, ist ein Mercedes mit Einschusslöchern. Im Begleittext ist beschrieben, dass dies ein Begleitfahrzeug bei der Entführung von Hans-Martin-Schleyer war. Beschrieben war der Deutsche Herbst 1977, die mit der Ermordung von Generalbundesanwalt Buback in Karlsruhe begann, und mit der Befreiung der Landshut in Mogadischu endete. 

Diesen Mercedes, der Teil dieses Kapitels deutscher Geschichte ist, hätte ich nicht in einem kleinen Museum in einem kleinen abgelegenen Ort in Ostfriesland erwartet, sondern eher in einem Museum der deutschen Geschichte in Berlin. Hier steht er zwischen Exponaten, die eine unbeschwerte Geschichte haben.

Dienstag, 16. Juli 2019

Vortour Bodensee von Allensbach über den Bodmanrück nach Wallhausen, Überlingen

ACHTUNG Eilmeldung zum Termin 27.07.2019: 
Es hätte so schön sein können. Ich muß die Tour leider ändern. Wegen Streckensperrung zwischen Immendingen und Singen während der Sommerferien dauert die Bahnfahrt mit Regionalbahnen bis zu 5 Stunden. Außerdem muss man bis zu 3 mal umsteigen. Bodensee ist also unrealistisch, ich muss mir eine andere Tour ausdenken.

Wir könnten in Hornberg aussteigen, zum Vogtsbauernhof radeln.
Im Vogtsbauernhof gilt der Museumspass.
Vor dort radeln wir durch das Kinzigtal nach Gengenbach.


Die Alternativtour ist zwar nicht der Bodensee, wenn aber trotzdem Interesse an dieser Radtour besteht, dann bitte bei mir bis Donnerstag melden. Die email-Adresse steht unter Kontakt. 



Das wäre die Tour gewesen:

Vortour Bodensee von Allensbach über den Bodmanrück nach Wallhausen, Überlingen

Am 14.07.2019 hat das Wetter gepasst. Keine übermäßige Hitze, keine Gewitter. Im Raum Karlsruhe war es zwar regnerisch, aber am Bodensee war herrlichstes Urlaubswetter.

In Allensbach saßen die Menschen begeistert vor dem Clownstheater. Auch ich stimmte mich eine Zeitlang damit auf die Stimmung der Tour ein. 

Bevor es dann weiterging. Ich probierte diesmal eine Strecke über den Bodman aus, der mit moderaten Anstiegen auskommt. Über das Kloster Hegne, danach geht es ein Stück hoch. Aber noch so, dass man es schafft. Die weiteren Anstiege immer wieder mal merkt man kaum als solche. Wie hoch man gekommen ist, merkt man erst, wenn man in Wallhausen ist. Da geht es dann heftig runter an den Hafen. Umgekehrt wollte ich es nicht radeln.

Wenn noch Zeit ist, kann man dort sich Fischknusperle mit Kartoffelsalat oder anderen leckeren Sachen stärken. Die Fähre fährt im Stundentakt zur Minute :12. Außer 12:12, die Fahrt gibt es nur Sonntags und in den Ferien. Da speist die Crew auf die Schnelle, während die Fahrgäste einsteigen.

In Überlingen begrüßt einen die Skulptur des Bodenseereiters von Peter Link, mit dem er Martin Walser karikiert, der sich mit seinen Aussagen oft auf dünnem Eis bewegt.

Das Münster von Überlingen lohnt sich auch von innen anzusehen.

Das gleiche gilt auch für Birnau, man wird für den kleinen Anstieg belohnt mit dieser barocken Klosterkirche. Von dort hat man auch einen herrlichen Blick über den Bodensee.

In Unteruhldingen lockt das Pfahlbaumuseum. Wenn es heiß ist, kann man sich im kostenlosen Strandbad erfrischen. Eis essen. Oder auch sich handfest mit Speisen stärken. Man ist mitten im Urlaub.

Von dort ist es dann nicht mehr weit bis Meersburg. Am Hafen ist wieder Peter Lenk mit der magischen Säule mit Annette von Droste-Hülshoff als Möwe, Laßberg mit dem Magnetismus, Wendelgard, sie vermachte den Wein ihres Gutes jedes Jahr an Konstanz.


Clownstheater in Allensbach zum Start meiner Tour
Wegen des heissen, trockenen 2018 und 2019 hatte der artesische Brunnen, der das Kneippbecken speist, oft kein Wasser. Ich hatte Glück, Wasser war da. Und es war auch kalt.
Ich probierte eine neue Route über den Bodanrück aus. Sie sollte mit nicht allzugroßen Steigungen auf die andere Seite führen.
Vom Kloster Hegne aus radelte ich mit relativ moderaten Steigungen über Dettingen nach Wallhausen.
In Wallhausen geht die Fähre nach Überlingen


Überlingen, der Reiter über den Bodensee von Peter Link. Er karikiert damit Walser, der sich mit seinen Texten oft auf dünnes Eis begibt
Das Münster von Überlingen
Rathaus, Stadtarchiv
Im Münster von Überlingen
Birnau
Prachtvoll im Innern, fotografieren verboten, deshalb schnell von außen reingeblickt


Unteruhldingen, Pfahlbaumuseum
bei der Hitze kann man auch im Bodensee baden. Dieses Strandbad ist kostenlos. Auf dem Platz gibt es Eis und auch kräftiges zu speisen.
Meersburg
Meersburg mit Palmen wie im Süden
Peter Lenk. Magische Säule in Meersburg. Die Möwe ist Annette von Droste-Hülshoff. Freiherr Joseph von Laßberg mit dem Magnet in der Hand, er war überzeugt, dass Magnetismus heilen kann. Du das Sammeln mittelalterliche Schriften, u.a. Nibelungenlied Handschrift C, brachte er Wissenschaftler in die Burg.
Wendelgard von Halten war nicht hübsch, schweinsrüsselig nannten sie Spöttern. In Meersburg fand sie schwer Gesellschaft. So ging sie nach Konstanz und machte dem Stadtrat ein Angebot: Sie vermacht ihr Weingut den Konstanzern, wenn jeden Sonntag ein Stadtrat von Konstanz sie ausführt und sich mit einem Kuss verabschiedet. Bis heute erntet die Stadt Konstanz den edlen Tropfen vom Weinberg von Halten.



Münster von Konstanz
Hafen von Konstanz mit der Imperia

Samstag, 1. Juni 2019

09.06.2019 SO Von Speyer nach Worms 60 km

09.06.2019 SO Von Speyer nach Worms 60 km

Die Tour:
Das Wetter war optimal. Wir hatten Sonnenschein und unterwegs auch immer wieder erfrischenden Fahrtwind. Genau zur Halbzeit im Naturschutzgebiet Maudacher Bruch war das Zelt der Arbeitsgemeinschaft der dortigen Vereine war bewirtschaftet und es gab für jeden Geschmack zu essen und zu trinken. Als es weiterging schaute ich diesmal genau hin und wir kamen ohne suchen und verfahren hinaus nach Oggersheim und Oppau. Ab da ging es am Rhein entlang nach Worms.
Ankunft an der Rheinterrasse beim Hagendenkmal. "Uns ist in alten Mären gar wundersviel geseit / von Helden und Lorebeeren und groter Arebeit / von Freude, Hochgeziten …" , wenn ich das ganze Nibelungenlied erzählt hätte, wären wir am Abend noch dort gestanden, … so erzählte ich nur das wichtigste, ergänzt mit Anmerkungen eines Mitradlers, … aber wir hatten ja noch einiges vor uns, den jüdischen Friedhof, den Dom, das Lutherdenkmal, die Synagoge. Und nach diesem heißen Tag freuten ich alle auf das Eis am Pavillon.
Es hat Spaß gemacht, Natur, Kultur, Genuss :-)


Beschreibung und Anmeldung:

Auf der nächsten Tour radeln wir vom Kaiserdom in Speyer zum Kaiserdom in Worms.
Weitgehend  eben, Anreise per Bahn ab HBF KA Buchhandlung, Anmeldung nötig, bevorzugt per email.

Die Tour: Speyer - Otterstadt - Altrip - Ludwigshafen - Worms
Bahn (SÜWEX): Karlsruhe - Speyer und Worms - Karlsruhe

Zunächst das Organisatorische:
Da wir mit dem Rheinland-Pfalz-Ticket fahren, brauche ich einen Überblick, wer alles mitradelt. Auch geht es um die Anzahl der Fahrräder, der SÜWEX hat zwar viele Fahrradplätze, aber wir sind nicht die einzigen, die mit diesem Zug fahren. Deshalb am besten eine email (coberkmann@aol.com) an mich.
Geplant ist Abfahrt um 8:08 im HBF KA, damit ich weiss, wieviele endgültig da sind, bitte bis 7:45 vor der Buchhandlung bzw. den Fahrkartenautomaten im Durchgang sein.
Mit dem Zug (SÜWEX) nach Speyer zum Kaiserdom. Mit dem Fahrrad von dort am Rhein entlang nach Ludwigshafen. Von dort geht es dann nach Worms zum Kaiserdom St. Peter, dem ältesten Jüdischen Friedhof, dem Lutherdenkmal an den Rhein zu Hagen, der gerade das Rheingold in den Rhein kippt.

Hinweis Ludwigshafen: Umfahrung der Stadt und BASF:
Hier sind zwei Routenwahlmöglichkeiten vorhanden. Einerseits die innerstädtische Route entlang der BASF und der Parkinsel und andererseits seit einiger Zeit die sogenannte Grünroute. Bis jetzt war die lange Passage durch Ludwigshafen und dann 7 km entlang der BASF nicht besonders attraktiv. Diese neue Route über das Naturschutzgebiet Maudacher Bruch macht jetzt wirklich Spaß.  Denn diese verläuft von Süden aus dem Bereich des Rheindamms kommend über Rheingönheim, das Maudacher Bruch und das Weihergebiet am Willersinn bis nach Oppau weitgehend über autofreie oder zumindest autoarme Wege und Straßen. Sie ist bis in die Mitte beim Sportheim gut in Richtung Worms ausgeschildert. Wenn das Sportheim bewirtschaftet ist, kann man dort Rast machen. Ab da gibt es allerdings keine Wegweiser des Radrheinwegs. Man muss sich links halten und dann Richtung Oggersheim suchen. Dann kommen irgendwann wieder die Wegweiser. 
Wenn man dann Oppau hinter sich hat, geht es am Rhein entlang, um die Polder nach Worms. In Worms kommen wir an der Rheinpromenade an, wo Hagen gerade das Rheingold in den Strom kippt.
Von dort geht es dann zum Dom, dem jüdischen Friedhof "Heiliger Sand", dem Lutherdenkmal zum "Reichstag zu Worms".
Dort kann man auch einkehren. Von da kommen wir zum Bahnhof, wo es zurück mit dem Zug nach Karlsruhe geht.


Dom St. Maria und St. Stephan zu Speyer
Der Dom von Speyer wurde unter dem Salierkaiser Konrad II im 11. Jahrhundert gegründet. Unter dem Dom befindet sich die größte romanische Hallenkrypta. Die Krypta ist 35 Meter breit, 46 Meter lang und 7 Meter hoch, für eine Unterkirche ein gewaltiges Maß. Die Mauern und Pfeiler sind so stark, dass die den darüber gebauten Dom tragen können. Da bei seinem Tod der Dom noch eine Baustelle war, wurde sein Sarkophag mit Eisenbändern gesichert. Kaiser Heinrich der IV (Canossa)) erlebte als Kind 1061 die Domweihe, ließ ihn allerdings 20 Jahre später fast gänzlich umbauen und gab ihm seine heutige Gestalt. Mit Heinrich dem V endete die Dynastie der Salier, es folgten die Staufer.

Mit König Rudolf von Habsburg (1291) begann eine neu Blüte des Königtums und gleichzeitig die Herrschaft der Habsburger.


Ankunft in Worms auf der Rheinpromende am Denkmal, wo Hagen das Rheingold in den Strom kippt.
Der Dom St. Peter zu Worms
Worms Dom St. Peter. Er ist der jüngste und kleinste der drei rheinischen Kaiserdome und wurde im 12. Jahrhundert (1130 - 1181) gebaut. Er ist das bedeutendste Werk der Wormser Romantik und eng mit dem Namen des Bischofs Burchard verbunden. Dieser Dom ersetzte den ursprünglichen Dom, der 100 Jahre vorher gebaut wurde, aber schon 2 Jahre nach der Einweihung teilweise einstürzte. Aber auch der wiedererstellte Dom wies soviele Bauschäden auf, dass er unter dem Bischof Burchard II. abgerissen und als Pfeilerbasilika neu gebaut wurde.
Große Ereignisse, die im Zusammenhang mit dem Dom standen, waren unter Anderem die Papstnominierung Leos IX. im Jahr 1048, das Wormser Konkordat im Jahr 1122, mit dem der Investiturstreit (die Kirche wählt jetzt die Bischöfe, der Kaiser belehnt die Regalien (hoheits-, Sonderrechte) anschliessend nur noch mit Zepter) beendet wurde; die Hochzeit Kaiser Friedrichs II. 1235 mit Isabella von England und der Reichstag zu Worms 1521, während dessen sich Martin Luther vor Kaiser Karl V. verantworten musste, was den Bruch in der abendländischen Kirche zur Folge hatte.
Bis zur Säkularisation 1802 war Worms Bischofsitz. 




Der älteste jüdische Friedhof "Heiliger Sand":
Der alte jüdische Friedhof "Heiliger Sand" ist bis in die heutige Zeit von großer Bedeutung für Juden weltweit. Zahlreiche einflussreiche jüdische Gelehrte und Rabbiner wurden hier beigesetzt. Die ältesten Grabsteine stammen aus dem Jahre 1058/59 und dokumentieren damit die erste große Blütezeit der seit etwa dem Jahre 1000 nachweisbaren jüdischen Gemeinde in Worms.
Der "Heilige Sand" ist damit der älteste "in situ" erhaltene jüdische Friedhof Europas!

Das Lutherdenkmal zum Reichstag zu Worms:

Lutherdenkmal - eines der größten Reformationsdenkmäler der Welt!



Das zu Ehren des Reformators Martin Luther von Ernst Rietschel geschaffene und am 25. Juni 1868 enthüllte Lutherdenkmal in Worms, wo Luther 1521 vor dem Reichstag stand, ist neben dem internationalen Reformationsdenkmal in Genf das weltweit größte Reformationsdenkmal.

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